Tierisches Wissen

Ruhe, Schlaf, Starre? Wer schläft wie tief im Winter?

Viele unserer Wildtiere machen es völlig richtig und verschlafen einfach die grauslichen Nebeltage von Väterchen Frost. Doch es gibt Unterschiede.
25.12.2025, 08:25
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Seit ungefähr zwei Monaten haben sich bereits einige Wildtiere zurückgezogen, um den Winter, na ja, zumindest weniger emsig zu bestreiten. Zu wenig Nahrung bedeutet auch weniger Energie und wie spart man Energie? Richtig – man döst vor sich hin. Doch wo liegt jetzt tatsächlich der Unterschied zwischen Winterschlaf, Winterruhe, oder Winterstarre?

Winterschlaf

Die Überlebensstrategie für den Winter sieht bei den meisten Tieren ähnlich aus: Ab dem Spätsommer wird ordentlich gefuttert, um auf genügend Fettreserven für die kalten Monate zurückgreifen zu können. Der Igel, das Murmeltier, der Siebenschläfer oder die Fledermaus gehören zu den echten "Winterschläfern" – von Oktober bis März verpennen sie die Nahrungsknappheit einfach, fahren ihren Stoffwechsel komplett hinunter und sind eigentlich dem Tod näher als dem Leben. Ihre Körpertemperatur passt sich der Umgebungstemperatur an und alle Funktionen inklusive der Atmung sinken.

Es kommt allerdings trotz des tiefen Winterschlafs zu kurzen "Wachphasen", wo das Tier seine Notdurft verrichtet und den Schlafplatz wechseln kann.

Gewusst?

Es gibt auch den "Trockenschlaf" in sehr heißen Sommerperioden. Kleine Vögelchen, aber auch Amphibien, Mäuse und bestimmte Schnecken überleben so meist eine Wasserknappheit.

Ist noch immer nicht Frühling?
©iStock, zlikovec

Winterruhe

Die sogenannte Winterruhe wird von größeren Säugetieren, wie dem Dachs, Eichhörnchen, Waschbär und Braunbär praktiziert. In den kälteren Monaten ziehen sich diese Tiere in ihre Höhlen zurück, nachdem sie sich ebenfalls genügend Fettpölsterchen angefuttert haben und schlummern friedlich vor sich hin.

Auch wenn hier der Stoffwechsel verlangsamt wird, ist der Unterschied zum Winterschlaf der, dass die Körpertemperatur nur minimal absinkt. Bär und Dachs können also, wenn Gefahr im Verzug ist, relativ schnell erwachen und sich auch verteidigen. Auch wenn die Energiereserven am Limit sind, erwacht das Tier kurzzeitig, um kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen.

Eiskristalle machen dem "erstarrten" Frosch in der Regel nichts aus.
©iStock

Winterstarre

Amphibien, Reptilien, aber auch Fische schlafen im Winter nicht, sondern "frieren" praktisch ein. Die Winterstarre ist allerdings tückisch und wird längst nicht von allen überlebt. Ist der Körper nämlich bei den wechselwarmen Tieren erstarrt, gibt es nur noch ein langsames "auftauen". In diesem Zustand findet eigentlich keine Körperfunktion mehr statt und sie sind der Umgebungstemperatur völlig ausgeliefert.

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