Urzeitpflanzen zum Selberzüchten: Hobby-Botaniker Fritz Florian vertreibt ein Anzucht-Set für "Ur-Pflanzen" (inkl. 32 Videos!) und ein dazugehöriges Buch („Weißes Rauschen, Schlüssel zum Pflanzenwachstum, Vegetation verstehen, Ur-Pflanzen selber züchten“, 20 Euro, jupiter-verlag.ch).
Florian ist felsenfest davon überzeugt: Zum Keimen und Wachsen benötige die gesamte Landvegetation nicht nur Wasser, Erde und Licht, sondern zusätzlich "Kosmisches Weißes Rauschen" (KWR, ein messbarer "Nachhall" des Urknalls, Anm.). Dieses Rauschen sei "lebensnotwendiges Lebenselixier aller Landpflanzen". Ohne KWR könne "nichts gedeihen", so Florian.
In der DNS aller Landsamen sei noch immer der Ur-Code enthalten, nämlich der "Ur-Zeit-Bauplan", mutmaßt Florian. Wenn normale Pflanzensamen nun mit starkem KWR-Rauschen angeregt würden, könnten sie "wieder wie in Urzeiten" gedeihen, so der Hobby-Forscher. Das Pflanzen-Wachstums-Tempo hänge dabei von der Intensität des KWR ab.
Florian verweist auch auf eigene Zuchterfolge: Ur-Kresse habe im Gegensatz zur heutigen Kresse viel größere Blätter, wachse doppelt so hoch und habe eine Lebensdauer von 75 (statt 30) Tagen.
Wissenschaftlich haltbar sind Florians pseudowissenschaftliche und esoterische Theorien freilich nicht: Zwar zeigen Studien, dass Schallwellen und Vibrationen das Pflanzenwachstum beeinflussen können - doch so, wie es sich Florian vorstellt, ist es nicht.
Die Behauptung, dass Pflanzen "Kosmisches Weißes Rauschen" als unabdingbares Lebenselixier zum Keimen benötigten, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Pflanzen gedeihen auch ohne dieses universale Rauschen, sagen Botaniker.
Zudem gibt es keine Forschungsbelege für einen in Samen gespeicherten "Ur-Code", der durch starkes Rauschen aktiviert werden könne, um "Urzeit-Wachstum" zu erzeugen. Pflanzenwachstum hängt primär von Genetik, Licht, Wasser, Nährstoffen und CO2 ab.
Auch Florians Aussagen zu "Ur-Kresse" sind unbelegte Behauptungen. Zwar können Schallfrequenzen den Ertrag erhöhen, aber eine Verdoppelung der Lebensdauer durch "Rauschen" ist nicht nachgewiesen. Wer's trotzdem versuchen will - Infos: [email protected]