Österreich lebt über seine Verhältnisse - zumindest, wenn es um die Naturvorräte geht. Schon am heutigen Gründonnerstag sind alle Ressourcen verbraucht, die sich innerhalb eines Jahres erneuern können. Daher gilt heute für unser Land der sogenannte "Überlastungstag" (engl. Overshoot Day).
Zum Vergleich: Der Ölstaat Qatar "feierte" als Spitzenverbraucher bereits am 4. Februar seine "Überlastung". Deutschland hat am 10. Mai seinen "Overshoot Day", die Schweiz am 11. Mai. Honduras wird erst am 27.11. alle eigenen Ressourcen verbraucht haben.
Umweltschützer schlagen Alarm und fordern von Umweltminister Norbert Totschnig rasche Maßnahmen. Im Fokus stehen ein strengerer Bodenschutz, die Wiederherstellung zerstörter Lebensräume sowie ein klarer Ausstiegsplan für Öl und Gas.
Was bedeutet der "Overshoot Day" genau? Würden alle Menschen auf dem Planeten so leben wie in Österreich, wären die nachwachsenden Ressourcen der Erde fürs heurige Jahr bereits verbraucht. Die Welt kann diese Ressourcen im heurigen Jahr nicht mehr nachproduzieren. Im Vorjahr war der "Overshoot Day" in Österreich bereits am 29. März – noch schlechter.
Greenpeace-Sprecherin Melanie Ebner warnt: "Wenn die jährlich verfügbaren natürlichen Ressourcen schon nach gerade einmal drei Monaten verbraucht sind, ist das ein klares Warnsignal. Derzeit verbauen wir zu viele wertvolle Böden, vergeuden Wasser und verursachen zu hohe Treibhausgasemissionen. Das muss sich ändern."
Österreich zählt beim Ressourcenverbrauch weltweit zu den Spitzenreitern und liegt auf Platz 16 - noch vor Ländern wie Brasilien. Würden alle Menschen so leben wie hierzulande, bräuchte die Menschheit fast vier Erden, wie Greenpeace errechnete.
Der "Erdüberlastungstag" (engl. Earth Overshoot Day) ist in einer jährlichen Kampagne der Organisation "Global Footprint Network" der Tag des laufenden Kalenderjahres, an dem die menschliche Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen das Angebot und die Kapazität der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen in diesem Jahr übersteigt.
Die globalen Folgen der Überlastung sind gravierend: Ökosysteme werden zerstört, die Artenvielfalt geht zurück und die Klimakrise verschärft den Druck auf Landwirtschaft, Wasser und Gesundheit.