Vulkanausbrüche zählen zu den gewaltigsten Naturereignissen überhaupt. Wie schnell sich die Lage zuspitzen kann, zeigte zuletzt eine Dampf-Eruption der Phlegräischen Felder bei Neapel (Süditalien). Doch was genau einen scheinbar ruhigen Vulkan plötzlich explodieren lässt, war lange unklar.
Jetzt liefert eine neue Studie eine überraschende Erklärung. Im Fokus steht ein Prozess, den viele bisher unterschätzt haben: die Rückaufnahme von Gasen im Magma. Bislang gingen Experten davon aus, dass austretende Gase den Druck im Inneren erhöhen und so Ausbrüche auslösen. Doch genau das dürfte laut den Forschern nicht der Haupttreiber sein.
Stattdessen zeigt ein neues Modell: Wenn frisches, gasreiches Magma schnell nachströmt, werden Gase wieder in die Schmelze aufgenommen. Diese sogenannte Resorption erhöht den Druck im Vulkan noch stärker als bisher angenommen. Das Magma wird regelrecht zusammengepresst - ein Ausbruch kann dadurch deutlich früher erfolgen.
Als Beispiel nennen die Forscher eine gewaltige Eruption in Japan: die Aso-4-Explosion vor rund 90.000 Jahren. Damals entstand eine riesige Caldera auf der Insel Kyushu - ein Krater mit kilometerweitem Durchmesser. Solche Strukturen entstehen nur bei extremen Ausbrüchen, bei denen der Vulkan teilweise in sich zusammenbricht.
Die neue Erkenntnis könnte künftig helfen, Vulkane besser zu überwachen, sagen Forscher. Denn wenn Wissenschaftler gezielt auf die in der Studie erwähnten Gasprozesse achten, lassen sich mögliche Warnzeichen früher erkennen.