Ostern wird heuer ein teures Vergnügen - vor allem für Naschkatzen. Der Hintergrund ist ernst: Der vom Menschen verursachte Klimawandel setzt den Kakao-Plantagen massiv zu und treibt die Preise für Schokolade seit Monaten in die Höhe, obwohl der Kakaopreis selbst seit Sommer 2025 fällt.
Eine aktuelle Analyse zeigt: Die Kosten für Osterschokolade sind in Europa innerhalb von drei Jahren um bis zu zwei Drittel gestiegen. Manche Produkte haben sich sogar mehr als verdoppelt. Allein im vergangenen Jahr legten die Preise um bis zu 29 Prozent zu - die Furcht der Hersteller vor neuen Kakaokrisen ist da bereits eingepreist.
Auch bekannte Marken sind betroffen. Der klassische Goldhase von Lindt ist deutlich teurer geworden - je nach Größe um bis zu 18 Prozent. In Österreich und Deutschland kostet der 100 g schwere Goldhase heuer 4,99 Euro (2020 waren es noch 2,69 Euro). Hochgerechnet kostet ein Kilo vom Goldhäschen also rund 50 Euro.
Ähnlich sieht es bei anderen Herstellern wie Ferrero und Milka aus, wo Preissprünge von 20 Prozent ebenfalls keine Seltenheit sind.
Der Hauptgrund liegt tausende Kilometer entfernt: Rund 60 Prozent des weltweiten Kakaos stammen aus Westafrika. Genau dort sorgen steigende Temperaturen und extreme Wetterlagen für massive Probleme.
Häufiger auftretender Starkregen ruft Pflanzenkrankheiten hervor, die ganze Ernten zerstören. Dann folgen oft Dürre und Hitze - ebenfalls mit dramatischen Folgen. Insgesamt ist die Kakaoernte in den vergangenen Jahren um bis zu 40 Prozent eingebrochen.
Experten wie Chris Jaccarini, Lebensmittelanalyst der Energie-NGO ECIU, sehen in der Teuerung eine "direkte Folge der Erderwärmung". Extreme Wetterereignisse treten häufiger und heftiger auf - mit spürbaren Auswirkungen auf unsere Lebensmittelpreise. Wenn sich nichts ändert, könnte Kakao bis 2050 zur Mangelware werden, warnen Experten.
Für Konsumenten bedeutet das schon jetzt: Schokolade ist so teuer wie nie. Im Vorjahr verzeichnete sie den stärksten Preisanstieg aller Lebensmittel in der EU.