Plastik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken - und genau das wird zunehmend zum Problem. Mikroplastik gilt laut Experten als fixer Bestandteil unserer Umwelt. Oder wie es Johannes Pleiner-Duxneuner, Chef der österreichischen Gesundheitsagentur AGES jüngst bei einem Symposium in Wien laut APA ausdrückte: "Mikroplastik ist gekommen, um zu bleiben".
In einer aktuellen Umfrage in Österreich landete Mikroplastik bei den größten Gesundheitsrisiken bereits auf Platz sechs - hinter den Themen Überernährung, Zucker, Pflanzenschutz, Wetterextreme und Antibiotika-Resistenzen. Auffällig: Vor allem Lehrer und Ärzte schätzen die Gefahr deutlich höher ein als die breite Bevölkerung.
"Das Thema ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen", fasste Uni-Wien-Vizedirektor Roland Maier das Thema bei der Konferenz zusammen.
Fest steht: Mikroplastik ist praktisch überall. Die winzigen Partikel entstehen beim Zerfall von Kunststoff und reichen von wenigen Mikrometern bis zu fünf Millimetern. Noch kleinere Teilchen nennt man Nanoplastik - sie können sogar in Blut und Organe gelangen.
"Wir wissen, es ist da - aber nicht genau, was es macht", erklärt AGES-Chef Johannes Pleiner-Duxneuner. Genau hier liegt das Problem: Die Forschung stehe noch am Anfang.
Klar ist für die derzeitige Forschung: je kleiner die Partikel, desto potenziell gefährlicher. In aktuellen Studien zeigten sie etwa entzündliche Reaktionen im Darm oder Veränderungen an Zellen. Auch Hinweise auf mögliche Effekte bei Krebszellen sorgen für Diskussion.
Ein oft unterschätzter Faktor ist die Herkunft: Den größten Anteil an Mikroplastik in der Umwelt verursachen Autoreifen. Pro Jahr kommt so rund ein Kilogramm pro Kopf in Österreich zusammen.
Aufgenommen wird Mikroplastik vorwiegend über die Luft und Lebensmittel. Selbst in Innenräumen kann die Belastung hoch sein - etwa in Kletterhallen, wo Abrieb von Schuhsohlen entsteht.