Probiotische Lebensmittel wie Joghurt oder fermentiertes Gemüse gelten seit Langem als gut für den Darm. Nun sorgt eine neue Studie für Aufsehen: Bestimmte Bakterien aus Kimchi könnten dabei helfen, Nanoplastik aus dem Körper auszuscheiden.
Forscher des World Institute of Kimchi haben untersucht, welche Milchsäurebakterien besonders positive Effekte haben. Dabei identifizierten sie einen speziellen Stamm: Leuconostoc mesenteroides CBA3656. Dieser wurde genauer getestet – mit überraschendem Ergebnis.
In einem Experiment erhielt eine Gruppe von Mäusen CBA3656, die andere nicht. Anschließend analysierten die Forscher deren Ausscheidungen.
Ergebnis: Die Mäuse mit dem Bakterium hatten mehr als doppelt so viel Nanoplastik im Kot.
Nanoplastik ist noch kleiner als Mikroplastik – und besonders problematisch. Studien zeigen, dass Plastikpartikel sich im Gehirn, in der Leber und sogar in der Plazenta ansammeln. Sie stören die Darmflora und stehen in Zusammenhang mit entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Leaky-Gut-Syndrom), Diabetes und erhöhtem Krebsrisiko.
Besonders betroffen ist das Gleichgewicht im Darm: Schädliche Bakterien können die Oberhand gewinnen.
Der Körper versucht zwar, sich gegen Schadstoffe zu schützen – doch oft reicht das nicht aus.
Laut Forschern könnten Probiotika, etwa aus fermentierten Lebensmitteln wie Kimchi die Auswirkungen von Mikroplastik abschwächen und möglicherweise sogar helfen, es aus dem Körper zu entfernen.
"Mikroorganismen aus fermentierten Lebensmitteln haben großes Potenzial im Umgang mit Gesundheitsproblemen durch Plastik", so Studienleiter Se Hee Lee.
Die Belastung durch Mikroplastik könnte auch mit der Zunahme von Darmerkrankungen zusammenhängen: Fälle stiegen weltweit von 3,7 Millionen (1990) auf über 6,8 Millionen (2017). Menschen mit Darmerkrankungen haben oft eine höhere Mikroplastikbelastung im Körper.