Superfood-Mythos?

Kimchi-Test: Nur 3 Produkte halten, was sie versprechen

Viele Produkte enthalten gar keine lebenden Kulturen – obwohl genau das beworben wird. Geschmacklich schneiden sie gut ab.
Heute Life
25.03.2026, 11:52
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Kimchi gilt als echtes Superfood und ist derzeit ein Trend in den sozialen Medien. Das fermentierte Gemüse aus Korea soll dank sogenannter Milchsäurebakterien besonders gut für den Darm sein. Doch ein aktueller Test zeigt: Nicht jedes Kimchi hält, was es verspricht.

Kimchi ist ein traditionelles koreanisches Gericht aus fermentiertem Gemüse – meist Chinakohl und Rettich – das mit Gewürzen wie Chili, Knoblauch, Ingwer und Fischsauce eingelegt wird.

Kimchi wird nicht gekocht, sondern vergoren. Dabei entstehen sogenannte Milchsäurebakterien. Diese machen das Gemüse haltbar sorgen für den typischen säuerlichen Geschmack können die Darmflora unterstützen.

Die klassische Variante besteht aus: Chinakohl, Rettich, Chilipulver, Knoblauch & Ingwer Salz und oft Fischsauce oder Sojasauce. Es gibt aber viele Varianten – von mild bis sehr scharf.

Nur wenige Produkte enthalten "gute" Bakterien

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 13 Kimchi-Produkte aus dem Handel genauer unter die Lupe genommen. Das überraschende Ergebnis: Nur drei Produkte enthielten tatsächlich gesundheitsfördernde Milchsäurebakterien.
Der Grund: Diese entstehen nur bei unpasteurisiertem Kimchi. Viele Produkte werden jedoch erhitzt, wodurch die nützlichen Bakterien verloren gehen.

Mehrheit schneidet gut ab – mit Einschränkungen

Insgesamt fiel das Testergebnis gemischt aus:

  • 8 Produkte erhielten ein "gutes" Gesamturteil
  • 5 Produkte wurden als "durchschnittlich" bewertet

Positiv: Schwermetalle wurden in keinem Produkt gefunden.
Allerdings gab es bei einigen Kimchi Abweichungen beim Salz- und Säuregehalt. Nur die drei bestplatzierten Kimchi enthalten tatsächlich gesundheitsfördernde Milchsäurebakterien. Diese drei Produkte wurden im Bio-Supermarkt, bei Billa und im Spezialitätengeschäft gekauft.

Diese 13 Produkte bezog der VKI in den Test ein.
VKI

Geschmacklich überzeugt nicht jedes Kimchi

Auch beim Geschmack zeigten sich deutliche Unterschiede.

Besonders gut schnitten Produkte mit:

  • ausgewogener Säure
  • angenehmer Schärfe
  • guter Konsistenz

ab.

Importierte Kimchi waren dabei nicht besser als europäische Produkte. Am schlechtesten kam in der Blindverkostung ein Bio-Kimchi von Spar an – auch wenn es insgesamt noch als "gut" bewertet wurde.

Salzgehalt beeinflusst Bewertung

Beim sogenannten Nutri-Score spielte vor allem der Salzgehalt eine große Rolle:

  • Top-Bewertung A: Spar, Oriental Kimchi
  • Level B: KoRo
  • Die meisten anderen: Level C

Tipp: Wer auf Salz achten muss, sollte Kimchi nur in kleinen Mengen genießen.

Viele Produkte stark verarbeitet

Auch der Verarbeitungsgrad wurde untersucht. Die meisten Produkte landeten in der Kategorie "verarbeitet" (NOVA 3). Einige Produkte – darunter Jongaa, Wang Korea und Yangban – wurden sogar als "hochverarbeitet" (NOVA 4) eingestuft, etwa wegen Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärkern.

Was bei Kimchi wichtig ist

Kimchi kann gesund sein – muss es aber nicht. Entscheidend ist, ob das Produkt unpasteurisiert ist und noch lebende Bakterien enthält. Auch Salzgehalt und Verarbeitung spielen eine wichtige Rolle.

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