Tag des Wassers

Salzig, süß, bitter – warum Wasser nicht nur Wasser ist

Zum Tag des Wassers rückt ein alltägliches Lebensmittel in den Fokus: Wasser. Sommelière Gerlinde Mock über das Naturprodukt mit Charakter.
Christine Scharfetter
22.03.2026, 22:29
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Wasser begleitet uns täglich – doch nur wenige beschäftigen sich so intensiv damit wie Gerlinde Mock. Die Wassersommelière arbeitet eng mit Waldquelle Mineralwasser zusammen. Zum weltweiten Tag des Wassers hat die Steirerin im "Heute"-Interview verraten, warum vor allem Mineralwasser weit mehr als eine bloße Erfrischung ist.

Tatsächlich erfüllt Wasser im Körper essenzielle Funktionen – von der Temperaturregulierung bis zum Nährstofftransport. Doch Mock betont: "Wasser ist nicht einfach nur Wasser." Ähnlich wie beim Wein gebe es unterschiedliche Qualitäten, Herkunftsregionen und Charaktereigenschaften. "Besonders natürliche Mineral- und Heilwässer zeichnen sich durch ihre individuelle Zusammensetzung aus und bieten zusätzlich evidenzbasierte gesundheitliche Vorteile."

Feine Unterschiede

Leitungswasser könne je nach Mineralisierung "weich oder hart schmecken", erklärt die Expertin. Mineralwasser hingegen zeichne sich durch konstante Eigenschaften aus: "Geschmack und Mundgefühl unterscheiden sich durch Mineralisierung und Kohlensäuregehalt – je nach Herkunft und Bodenprofil rund um die Quellen."

„Geschmack und Mundgefühl unterscheiden sich durch Mineralisierung und Kohlensäuregehalt – je nach Herkunft und Bodenprofil rund um die Quellen.“

Ein entscheidender Unterschied liege auch in der Verarbeitung: "Leitungswasser darf bei Bedarf zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität nachträglich aufbereitet werden. Das ist für natürliches Mineralwasser und Heilwasser streng verboten." Natürliches Mineralwasser benötige eine amtliche Anerkennung, Heilwasser müsse eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung aufweisen. "Beide zeichnen sich durch eine konstante, natürliche Mineralisierung aus und müssen direkt an der Quelle in Flaschen abgefüllt werden."

Salzig, süß oder bitter?

Das zeige sich auch beim Geschmack: "Die natürlich enthaltenen und konstanten Mineralstoffprofile bestimmen, wie es schmeckt oder wirkt. In Form von salzigen Natriumverbindungen, süßlichem Magnesium, bitterem Sulfat. Haptisch ist austrocknendes Kalzium, weiches Hydrogencarbonat oder auch Kohlensäure wahrnehmbar." Das Geheimnis liege dabei in der Menge und Kombination von Mineralstoffen und Kohlendioxid der Quelle. Das entscheide auch über den Einsatz - ob als Begleiter zu Speisen, nach dem Sport oder sogar beim Fasten.

Wassersommelière Gerlinde Mock
Jagoschuetz Laura

Dementsprechend gilt genauso wie beim Wein auch beim Wasser: Nicht jede Kombination funktioniert, denn nicht jeder Mineralstoff- und Kohlendioxidgehalt passe automatisch als Pairing-Partner. "Hydrogencarbonat neutralisiert die Säure in Wein, Fruchtsaft oder Kaffee, plötzlich schmeckt alles fad." Auch Kohlensäure könne mit bestimmten Aromen kollidieren, etwa mit Tanninen in Wein oder Kaffee.

Diese Unterschiede zwischen Wasserarten würden zunehmend bewusster wahrgenommen werden - auch in der gehobenen Gastronomie. "Ähnlich wie Weinstile kann natürliches Mineralwasser gezielt zu Speisen und auch von Aperitif bis Digestif, zu Kaffee, zum Aufspritzen von Säften oder in der Bar empfohlen werden."

„Ähnlich wie Weinstile kann natürliches Mineralwasser gezielt zu Speisen wahrgenommen werden.“

Wasser als Schlüssel zur Gesundheit

Neben dem Genuss spielt auch die Gesundheit eine zunehmend zentrale Rolle. "Wasserarten sind entscheidende Faktoren für Langlebigkeit und mehr gesunde Jahre", betont Mock. Eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit und Mineralstoffen sei essenziell für Zellfunktion, Stoffwechsel und die Ausscheidung von Giftstoffen. "ich sehe ausreichendes und bewusstes Trinken als wichtigen und einfach integrierbaren Part in unseren Alltag, um länger körperlich, geistig und auch sozial fit zu bleiben." Bewusstes Trinken könne somit ein einfacher, aber wirkungsvoller Beitrag zu einem gesunden Leben sein.

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