Der Morgen beginnt oft mit einem vertrauten Geräusch: dem leisen Blubbern des Wasserkochers. Schnell noch eine Tasse Tee oder Kaffee, bevor der Tag richtig losgeht. Doch wenn man den Deckel öffnet, steht da noch etwas Wasser vom Vortag im Gerät. Viele kippen es automatisch weg – aus Sorge vor Keimen, Kalk oder Schadstoffen. Doch ist das wirklich notwendig?
Viele Menschen entsorgen Restwasser im Wasserkocher automatisch. Dahinter steckt meist die Sorge, dass sich über Nacht Bakterien gebildet haben oder sich Schadstoffe aus dem Gerät lösen könnten. Auch Kalkablagerungen oder ein vermeintlich abgestandener Geschmack sorgen bei manchen für Skepsis. Fachleute sehen diese Ängste jedoch deutlich gelassener: In modernen Wasserkochern sind solche Risiken in der Regel gering, da die Geräte strenge Sicherheits- und Materialprüfungen durchlaufen.
Wer beim Kauf auf das GS-Siegel („Geprüfte Sicherheit“) achtet, kann sich zusätzlich absichern. Dieses Zeichen wird nur von unabhängigen Prüfstellen vergeben und bestätigt, dass ein Produkt strenge Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen erfüllt.
Weiße Ablagerungen im Wasserkocher wirken auf viele Menschen wenig appetitlich, doch gesundheitlich sind sie kein Problem: Kalk besteht hauptsächlich aus Kalzium und Magnesium, zwei Mineralstoffen, die für den menschlichen Körper sogar wichtig sind.
Trotzdem sollte man den Wasserkocher regelmäßig entkalken – allerdings aus einem anderen Grund: Verkalkte Geräte verbrauchen mehr Energie und arbeiten weniger effizient.
Stehendes Wasser kann tatsächlich Keime enthalten, doch auch hier gibt es Entwarnung: Beim erneuten Aufkochen werden die meisten Bakterien abgetötet. Laut Experten reicht es aus, das Wasser erneut zu erhitzen – Temperaturen von etwa 60 bis 70 Grad über mehrere Minuten reichen bereits aus, um Keime zu zerstören.
Wer das Restwasser also noch einmal aufkocht, kann es bedenkenlos verwenden. Ein hygienischer Grund, es grundsätzlich wegzuschütten, besteht daher nicht.
Ein Blick auf das Material des Wasserkochers kann dennoch sinnvoll sein. In Geräten aus Edelstahl können sehr geringe Mengen Nickel ins Wasser übergehen.
Für die meisten Menschen ist das unproblematisch, anders kann es jedoch bei Personen mit einer Nickelallergie sein: Diese reagieren empfindlich auf das Metall und sollten im Zweifel darauf achten, das Wasser nicht unnötig lange im Gerät stehenzulassen.
Ganz unnötig ist das Wegschütten dennoch nicht immer: Wenn Wasser sehr lange im Wasserkocher gestanden hat oder einen deutlich abgestandenen Geschmack entwickelt, kann ein frischer Durchlauf sinnvoll sein.
Im Alltag gilt jedoch: Wer das Wasser erneut aufkocht, muss sich um Hygiene oder Gesundheit in der Regel keine Sorgen machen. Der Wasserkocher darf also ruhig ein wenig Restwasser behalten – solange er regelmäßig genutzt und gelegentlich entkalkt wird.