Damit in Wien weiterhin frisches Hochquellwasser direkt aus den Alpen aus dem Wasserhahn fließt, wird derzeit wieder kräftig gewartet und saniert. In der II. Wiener Hochquellenleitung läuft aktuell der traditionelle "Frühjahrsputz". Für einige Tage wird das Wasser bereits im Quellgebiet in Flüsse umgeleitet, damit Arbeiter den Stollen betreten, reinigen und auf Schäden überprüfen können. Trotz der Arbeiten bleibt die Wasserversorgung der Hauptstadt gesichert – über die I. Hochquellenleitung sowie über Grundwasser-Brunnen.
Die beiden Hochquellenleitungen sind das Herzstück der Wiener Trinkwasserversorgung. Insgesamt erstrecken sie sich über rund 330 Kilometer und bringen täglich frisches Quellwasser aus den Alpen in die Bundeshauptstadt. "Die Hochquellenleitungen sind die Grundsäulen unserer Wasserversorgung", betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ). Ein großer Vorteil: Das Wasser fließt durch natürliches Gefälle nach Wien – Pumpen werden kaum benötigt, was viel Energie spart.
Die Wartungsarbeiten, die mehrmals im Jahr stattfinden, sind eine logistische Herausforderung. Während der sogenannten "Abkehr", die bis zu fünf Tage dauert, arbeiten Teams rund um die Uhr im Inneren der Leitung. Sie reinigen den Stollen, kontrollieren Bauwerke und sanieren etwa Arbeitsfugen.
Damit die Versorgung in dieser Zeit stabil bleibt, werden zuvor alle 29 Wiener Wasserbehälter bis zum Maximum gefüllt. Zusätzlich stehen 30 Brunnen bereit, um bei Bedarf Grundwasser ins Netz einzuspeisen.
Parallel zur Wartung investiert die Stadt weiter in die Zukunft der Wasserversorgung. Rund 130 Millionen Euro jährlich fließen in Infrastrukturprojekte. Entlang der II. Hochquellenleitung sollen in den kommenden Jahren auch mehrere sogenannte Düker – Druckleitungen, die Täler und Flüsse unterqueren – schrittweise saniert werden. Sie sind besonders belastet, weil dort hoher Wasserdruck herrscht.
Teil der langfristigen Strategie ist auch ein Mega-Projekt in Niederösterreich: In Neusiedl am Steinfeld entsteht derzeit der größte Trinkwasserbehälter der Welt. Dort sollen künftig rund eine Milliarde Liter Wasser gespeichert werden können.