"Für dich egal, für andere eine Qual" – mit diesem Motto starten die Wiener Linien ihre neue Kampagne, wollen damit Bewusstsein für störendes Verhalten schaffen und zu mehr Rücksichtnahme auffordern. In einem ersten Schritt geht es ums Aufmerksammachen – wenn das nichts bringt, können Strafen folgen.
"Niemand will die Beziehungsprobleme der anderen mitbekommen", sagt Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) bei der Kampagnenpräsentation. Telefonieren über Lautsprecher, Musikhören ohne Kopfhörer, Rucksäcke, die den Weg versperren – all das sind Dinge, die für viele Fahrgäste ein großes Ärgernis darstellen.
Eine Umfrage der Wiener Linien mit rund 800 Teilnehmer zeigt: 86 Prozent fühlen sich durch dieses Verhalten gestört. 92 Prozent halten es für wichtig, dass lautes Telefonieren und Videoschauen ohne Kopfhörer unterlassen wird. "Wo täglich Millionen Fahrgäste aufeinandertreffen, braucht es klare Spielregeln und gegenseitige Rücksichtnahme. Unsere Öffis sind ein gemeinsamer Raum und der verlangt Respekt", so Sima.
Die neue Kampagne "Host kan Genierer?" schafft Bewusstsein für die oft so negative Wirkung des eigenen Handelns. Mitarbeiter der Wiener Linien kontrollieren die Regeln ab sofort verstärkt und ermahnen bei Fehlverhalten. Gleichzeitig soll die Zivilcourage unter den Fahrgästen gestärkt werden, um Mitfahrende auf die bestehenden Spielregeln hinzuweisen.
Ab 9. März werden die Kampagnenmotive im gesamten Stadtgebiet auf Plakaten zu sehen sein. Im Zentrum steht typisches Fehlverhalten: ein Riesen-Handy, eine überdimensionale Leberkässemmel oder ein riesiger Rucksack, der anderen den Platz nimmt. Neben den Plakaten ist der Song "Ka Genierer" zentraler Bestandteil der Kampagne und Teil von vier verschiedenen Durchsagen, die es in den Öffi-Stationen geben wird.
"Wenn wir alle ein bisschen Rücksicht nehmen, wird das Unterwegssein für jede und jeden angenehmer", so Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin der Wiener Linien. Im ersten Schritt soll es strengere Kontrollen und Ermahnungen bei Verstößen geben. Insgesamt möchte man dieses Vorgehen nach ein paar Monaten evaluieren und schauen, ob weitere Maßnahmen notwendig sind. "Wenn die Regeln nach mehreren Hinweisen nicht befolgt werde, greifen wir konsequent durch", betont Reinagl. Strafzahlungen in der Höhe von 50 Euro sind möglich.