Gartentipps

Regenreicher Februar – so rettest du jetzt deinen Rasen

Der ungewöhnlich feuchte Winter hat Folgen für viele Gärten. Besonders Rasenflächen leiden unter Staunässe und Sauerstoffmangel.
Heute Life
08.03.2026, 15:21
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der ungewöhnlich regenreiche Februar hat in vielen Gärten in Österreich Spuren hinterlassen. Besonders Rasenflächen leiden unter den anhaltenden Niederschlägen: Der Boden ist durchnässt, Wasser bleibt stehen und das Gras bekommt kaum noch Luft.

Die Folgen können schnell sichtbar werden. Tiefe, matschige Stellen im Boden, eine plötzlich auftretende Schneckenplage oder sogar abgestorbene Grasflächen sind typische Probleme nach längeren Regenperioden.

Wenn der Rasen "erstickt"

Der Grund dafür ist meist Staunässe. Wenn große Wassermengen nicht mehr richtig abfließen können, verschwinden die kleinen Luftzwischenräume im Boden. Der Rasen bekommt zu wenig Sauerstoff – er "erstickt" im wahrsten Sinne des Wortes.
Ein erstes Warnsignal sind gelbliche Spitzen an den Grashalmen. Auch ein matschiges Gefühl beim Betreten des Rasens kann darauf hinweisen, dass die Drainage im Boden nicht mehr funktioniert.

Gartenexperte Uwe Gajer von der Handwerkerplattform MyHammer erklärt: "Nach starken und lang anhaltenden Regenfällen ist es für große Wassermengen schwierig, richtig abzufließen. Es fehlt an Luftzirkulation im Boden – und das setzt dem Rasen stark zu. Im schlimmsten Fall kann er sogar absterben."

Diese Maßnahmen helfen jetzt

Wer die Schäden früh erkennt, kann den Rasen meist noch retten. Eine wichtige Maßnahme ist das Aerifizieren – dabei wird der Boden mit kleinen Löchern belüftet. Dadurch gelangt wieder Sauerstoff in den Boden und Wasser kann besser abfließen.

Pfützen

  • Wenn sich in Ihrem Garten größere Wasseransammlungen oder stehende Pfützen bilden, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass der Rasen nicht richtig entwässert wird. Beheben Sie dieses Problem, ansonsten kann es zu kahlen Stellen oder der Bildung von Algen und Moos kommen.

Gelbe Stellen

  • Gelbe Flecken im Rasen sind nicht nur optisch störend, sondern auch ein Warnsignal. Sie entstehen an den Spitzen der Grashalme, wenn anhaltender Regen dem Boden die nötige Luft entzieht. Das Gras verliert seine Farbe, weil es nicht mehr ausreichend Luft bekommt. Solche Verfärbungen sind ein Hinweis darauf, dass der Rasen unter Stress steht.

Schwammige Bodenstruktur

  • Machen Sie den Test und gehen Sie über den Rasen: Ein gesunder Rasen fühlt sich fest und elastisch an. Wirkt der Boden hingegen weich und matschig, deutet das auf Staunässe hin.

So behebst du durchnässten Rasen

Laub und Gartenabfälle entfernen

  • Ist der Garten stark durchnässt, ist es wichtig, dass das Wasser möglichst schnell abfließen kann. Entfernen Sie zunächst sämtliches Laub, Äste oder andere Gartenreste, die möglicherweise den Abfluss behindern. Das geht am besten mit den Händen, um den ohnehin geschwächten Boden nicht zusätzlich zu belasten.

Rasen aerifizieren

  • Durch das Aerifizieren – also das Belüften des Rasens – kann Regenwasser besser in den Boden einsickern. Verwenden Sie dafür eine Grabegabel oder einen speziellen Aerifizierer. Dabei entstehen kleine Löcher im Boden, die die Durchlüftung verbessern. Regelmäßiges Aerifizieren unterstützt nicht nur die Entwässerung, sondern stärkt langfristig auch die Bodenstruktur.

So beugst du Staunässe vor

Rasen sanden

  • Wenn sich Wasser immer wieder an denselben Stellen sammelt, liegt das häufig an Unebenheiten im Boden. Um das Wasser gleichmäßiger zu verteilen und besser versickern zu lassen, sollte der Rasen nivelliert werden.
  • Bereiten Sie dafür ein geeignetes Topdressing passend zum Bodentyp vor. Topdressing besteht aus grobem Sand, Kompost oder spezieller Erde. Fertige Mischungen erhalten Sie im Gartencenter, alternativ können Sie sich dort zur richtigen Zusammensetzung beraten lassen. Tragen Sie die Mischung auf die betroffenen Stellen auf und verteilen Sie sie gleichmäßig mit einem Bodenrechen. Zeigt sich nach einigen Tagen keine Verbesserung, können Sie den Vorgang wiederholen. Wichtig: Führen Sie diese Arbeiten ausschließlich bei trockenem Rasen durch, wenn Sie Matsch und Klümpchen vermeiden möchten. Langfristig verbessert diese Maßnahme die Bodenstruktur und sorgt für eine bessere Drainage.

Boden düngen

  • Vor starken Regenfällen sollten die Graswurzeln möglichst kräftig sein, um überschüssiges Wasser besser zu verkraften. Verwenden Sie daher einen Dünger mit ausgewogenen Nährstoffen, der das Wurzelwachstum fördert. Optimalerweise düngen Sie während der Wachstumsperiode (April bis September). Eine Düngung im Herbst­ bereitet den Rasen zusätzlich auf die nasskalte Witterung vor.

Drainagesystem anlegen

  • Bestimmte Bodenarten – insbesondere schwere Lehmböden – lassen Wasser nur schlecht versickern. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, ein Drainagesystem anzulegen, etwa einen einfachen Entwässerungsgraben oder eine sogenannte französische Drainage. Allerdings sollten solche Maßnahmen sorgfältig geplant werden. Im Zweifel ist es besser, hierfür einen Experten zu engagieren.

Geeignete Pflanzen

  • Pflanzen verbessern nicht nur das Erscheinungsbild des Gartens, sie lockern auch verdichteten Boden auf und nehmen überschüssige Feuchtigkeit auf. Sträucher wie Hartriegel oder Winterbeere sowie Blumen wie Narzissen kommen mit nassen Bedingungen gut zurecht. Warten Sie jedoch, bis der Boden abgetrocknet ist, um zusätzliche Verdichtungen zu vermeiden.

Jetzt handeln!

Wer jetzt handelt, kann größere Schäden im Garten meist noch verhindern. Wichtig ist vor allem, den Boden wieder luftdurchlässig zu machen, damit Wasser abfließen und Sauerstoff zu den Wurzeln gelangen kann. Maßnahmen wie Aerifizieren oder vorsichtiges Auflockern des Bodens helfen dabei, die Struktur des Rasens zu verbessern. Sobald der Boden etwas abgetrocknet ist, kann sich das Gras oft wieder erholen – und der Rasen wird mit der Zeit erneut dicht und kräftig nachwachsen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.03.2026, 15:21
Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen