Der Iran-Krieg sorgt auch in Moskau für Wirbel. Russland gilt als Verbündeter des Mullah-Regimes im Iran. Machthaber Wladimir Putin will in dem Konflikt eine Vermittlerrolle übernehmen und gibt sich nach außen hin diplomatisch. Doch was steckt hinter der Fassade?
Laut einem Bericht von "Politico" sorgte gerade der Tod des Obersten Führers des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, beim Kreml-Chef für Aufregung. Demnach habe sich bei Putin die Angst um seine Macht breit gemacht, gleichzeitig sei er nun noch motivierter, im Krieg mit der Ukraine einen Sieg zu erzielen.
Den Mord an Khamenei bezeichnete der Kreml in einer Stellungnahme als "zynische Verletzung aller Normen menschlicher Moral und des Völkerrechts". Noch drastischer sind die Aussagen eines glühenden Anhängers des russischen Präsidenten. Die Rede ist hier von dem ultranationalistischen Philosophen Alexander Dugin.
Wie "NEXTA" berichtet, warnte der als Vordenker Putins geltende Russe, dass die USA nun systematisch die Verbündeten Moskaus eliminieren werden. "Wenn der Iran fällt, werden wir die nächsten sein", wird er zitiert. Noch deutlicher wurde Dugin in Interviews. Dort forderte er die Einrichtung eines "Komitees zur Vorbereitung des Weltuntergangs", seine Landsleute sollten sich auf den "Jüngsten Tag" vorbereiten.
Auch die Propagandaabteilung des Kreml spielt mit schrecklichen Szenarien. Der Militärblogger Dmitri Selesnew stellte sogar einen möglichen Atomwaffeneinsatz im Iran in den Raum. Andere orteten im Nahost-Krieg eine globale "Endschlacht". Seitens des russischen Außenministeriums gibt man sich hingegen zurückhaltend. Dort ist von einem "gefährlichen Abenteuer" die Rede, berichtet die "Krone".
Ein Eingreifen Russlands in den Iran-Krieg sehen westliche Analysten nicht. So betont der Professor am King’s College London, Sam Greene, dass Putin seine Macht und die Sicherheit seines Regimes nicht für die Unterstützung von Verbündeten wie dem Iran oder Nordkorea riskieren würde.
Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran könnte jedoch auch Vorteile für Russland bieten. Zum einen könnten steigende Ölpreise für eine Spannung zwischen den USA und Europa sorgen, zum anderen sei Washington durch den eigenen Krieg von der Lage in der Ukraine abgelenkt.