Du drehst die Heizung auf – und plötzlich macht es "klack". Kurz darauf folgt ein weiteres Knacken aus der Wand oder vom Heizkörper. Gerade wenn es draußen kalt ist und die Heizung nach der Nacht wieder hochfährt, sind diese Geräusche keine Seltenheit. Viele fragen sich dann: Ist das normal – oder kündigt sich hier ein Defekt an?
"Es handelt sich dabei um Geräusche, die beim Ausdehnen der Rohrleitungen entstehen. Beim Anheizen, zum Beispiel aus der Nachtabsenkung, werden auch die Rohrleitungen warm und dehnen sich aus", erklärt Matthias Wagnitz, Referent für Energie- und Wärmetechnik beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), gegenüber "Öko Test".
Ist diese Ausdehnung jedoch irgendwo blockiert, baut sich Spannung auf. Sobald sich das Rohr ruckartig "befreit", entsteht das typische Knacken.
Problematisch wird es, wenn die Rohre nicht genug Spielraum haben.
Die gute Nachricht: Das Knacken beeinflusst die Heizleistung in der Regel nicht. Es ist ein akustisches, kein technisches Problem.
Wer nachts vom Knacken wachgehalten wird, möchte das Problem verständlicherweise lösen. Theoretisch könnten Rohrschellen gelockert oder mit Gummieinlagen nachgerüstet werden. Doch Vorsicht: Das erfordert handwerkliches Geschick.
Unsachgemäßes Arbeiten kann im schlimmsten Fall zu Schäden an den Rohren führen. Außerdem ist es oft schwierig, die genaue Stelle zu finden, an der das Geräusch entsteht. Experten raten daher im Zweifel zu einem Fachbetrieb: Ein Heizungsprofi kann einschätzen, wie groß der Aufwand ist – und ob sich die Reparatur lohnt.
Denn: Eine Garantie, dass das Knacken vollständig verschwindet, gibt es nicht. Liegen die betroffenen Rohre etwa in der Wand, kann eine Behebung aufwendig und teuer werden.
Nicht jedes Geräusch hat die gleiche Ursache. Gluckern oder Plätschern deutet häufig auf Luft im System hin. In diesem Fall hilft meist das Entlüften der Heizkörper. Ein dauerhaftes Rauschen kann darauf hindeuten, dass die Umwälzpumpe zu stark eingestellt ist und zu viel Wasser durch das System drückt. Ein Brummen am Thermostat wiederum spricht oft für eine überlastete oder veraltete Pumpe.
Auch wenn das Knacken meist harmlos ist: Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer der Heizung und spart Energiekosten.
Mindestens einmal jährlich sollten Heizkörper entlüftet, von Staub befreit und die Thermostate überprüft werden. Vor Beginn der Heizsaison empfiehlt es sich außerdem, Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen zu verdecken und Fenster- sowie Türdichtungen zu kontrollieren.