Ständig geöffnete Fenster

Wer zu viel lüftet, riskiert DAS bei sich zu Hause

Mehr Frischluft klingt immer gut. Doch gerade im Winter kann falsches Lüften Wände auskühlen – mit Folgen, die man oft erst Monate später bemerkt.
Heute Life
18.02.2026, 12:30
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Du reißt morgens als Erstes die Fenster auf, lässt tagsüber immer wieder frische Luft herein und kippst sie vielleicht sogar dauerhaft. Schließlich heißt es überall: Lüften ist gesund. Frische Luft sorgt für ein gutes Raumklima, beugt Schimmel vor und macht den Kopf frei. Doch was viele nicht wissen: Auch beim Lüften kann man es übertreiben.

Warum Lüften so wichtig ist

Regelmäßiges Lüften hat seine Benefits: Es senkt die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen und hilft so, Schimmelbildung zu vermeiden. Gleichzeitig transportiert es Schadstoffe nach draußen, die etwa aus Möbeln, Farben oder Baustoffen ausdünsten können.

Ein weiterer Pluspunkt: Der CO₂-Gehalt sinkt, der Sauerstoffgehalt steigt. Die Luft fühlt sich frischer an, die Müdigkeit nimmt ab. Gerade im Winter, wenn Fenster oft geschlossen bleiben, ist das besonders wichtig.

Hohe Heizkosten

Wer in der kalten Jahreszeit ständig bei gekipptem Fenster lüftet, verliert kontinuierlich Wärme. Die Heizung muss dauerhaft gegensteuern: Das treibt nicht nur die Energiekosten in die Höhe, sondern belastet auch Klima und Umwelt. Dauerlüften ist deshalb keine gute Idee: Die Wärme verschwindet, während die Wände und Möbel langsam auskühlen.

Schimmelgefahr!

Was paradox klingt, ist tatsächlich möglich: Zu viel Lüften kann Schimmel begünstigen. Hans-Joachim Horn von der Energieberatung Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erklärt gegenüber "Utopia": "Unnötig langes Lüften kann zum übermäßigen Auskühlen der Oberflächen und Materialien führen. An kühlen Oberflächen kondensiert gerne Luftfeuchtigkeit. Dies bedeutet Schimmelgefahr, beispielsweise bei Zufuhr warmer Luft aus benachbarten Räumen, die ja viel Feuchtigkeit enthalten kann."

Besonders problematisch ist das bei dauerhaft gekippten Fenstern. Die angrenzenden Wandbereiche bleiben lange kalt: Trifft dann warme, feuchte Luft auf diese Flächen, entsteht Kondenswasser – ein idealer Nährboden für Schimmel.

Sommerhitze statt Frische

Auch im Sommer kann übermäßiges Lüften Nachteile haben: Wer an heißen Tagen die Fenster dauerhaft offen lässt, holt sich die Hitze direkt ins Haus. Einmal aufgeheizte Räume kühlen nur schwer wieder ab. Besser ist es, frühmorgens oder spätabends zu lüften, wenn die Temperaturen niedriger sind. Tagsüber sollten Fenster möglichst geschlossen bleiben.

Besondere Vorsicht gilt für unbeheizte Räume wie Keller – vor allem im Übergang vom Winter zum Frühling: Dringt warme Frühlingsluft in noch kalte Kellerräume ein, kann sich Feuchtigkeit an Wänden und Böden niederschlagen. Horn warnt: "Dort ergibt ein Zuviel an frischer warmer Frühlingsluft dann Kondensation an den vom Winter noch kühlen Wänden und Böden." Die Folge: erneut Schimmel.

Die richtige Balance

Experten empfehlen:

  • Stoßlüften statt Dauerlüften: Mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten alle Fenster vollständig öffnen.
  • Querlüften nutzen: Gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen, um einen schnellen Luftaustausch zu ermöglichen.
  • Dauer anpassen: Je kälter es draußen ist, desto kürzer sollte gelüftet werden. Horn empfiehlt drei bis fünf Minuten bei sehr niedrigen Temperaturen, bis zu 15 Minuten bei mildem Wetter.
  • Heizung ausschalten: Während des Lüftens die Heizkörper abdrehen, um Energie zu sparen.

So lüftest du bei wechselhaftem Wetter richtig

Wer es übertreibt, riskiert hohe Heizkosten, ausgekühlte Wände und im schlimmsten Fall sogar Schimmel. Mit kurzen, gezielten Lüftungsphasen sorgst du für frische Luft, ohne dein Zuhause unnötig zu belasten. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

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