"Das kann so nicht mehr weitergehen!", sagt Michael Platzer, dessen 82-jähriger Vater seit Jahren massive Probleme mit Feuchtigkeit in der Wohnung hat. Der 55-jährige Niederösterreicher hat in Vertretung seines Vaters im Streit mit der Genossenschaft Frieden übernommen und kämpft seither um eine Sanierung: "Dieser Schimmel ist schon lange nicht mehr hinnehmbar", sagt er.
"Seit Jahren geht das schon so. Wir waren lange sehr geduldig. Immer ist mein Vater vertröstet worden", sagt Platzer gegenüber "Heute". Er habe keine andere Möglichkeit mehr gesehen, als das Schicksal seines Vaters öffentlich zu machen: "Die Schäden am Außenputz sind so offensichtlich, dass sogar der Richter gesagt hatte, dass er zur Beurteilung keinen Sachverständigen braucht."
Im Dezember 2024, habe sogar das Bezirksgericht Hollabrunn zu Gunsten des 82-jährigen Anton Platzer entschieden, erzählt sein Sohn: "Weil die Genossenschaft Frieden meinem Vater kurz vor der Verhandlung etwas überwiesen hat, wertete der Richter das als Schuldgeständnis. Es wurde vereinbart, dass sich mein Vater jeden Monat 100 Euro von seiner Miete abziehen kann."
Im Wortlaut des Gerichtsprotokolls vom 11. Dezember 2024 heißt es: "Der Klagevertreter (Michael Platzer, Anm.) kündigt an, dass sein Vater, der Kläger, es so handhaben werde, dass er hundert Euro weniger Miete bezahlen werde und einen entsprechenden Verwendungszweck in den Dauerauftrag hinein schreibe, dies so lange, bis dieser Schimmelbefall behoben sei."
"Festgehalten wird auch, dass dem Gericht und dem Beklagtenvertreter Gelegenheit gegeben wird, Einsicht in die Fotos zunehmen, die der Klagevertreter heute am Laptop mitgehabt hat", heißt es weiter. "Dieser Zustand besteht mindestens seit drei Jahren", sagt Michael Platzer: "Die Genossenschaft hat längst Kenntnis über die Probleme in der Schulgasse, tut aber weiterhin nichts."
"Der bisherige Höhepunkt ereignete sich im März 2025, als ein Stück vom Gesimse des Wohnhauses ausgebrochen und auf die Straße gekracht ist. Zum Glück wurde niemand verletzt", sagt Platzer. Auch die Gemeinde sei schon lange informiert, habe jedoch bisher auch nichts erreicht.
Die Feuchtigkeit komme aus dem Erdreich rund um das Haus und ziehe sich über den Boden hoch, sodass in der 71 Quadratmeter großen Wohnung "der Putz von den Wänden fällt. Gestern am Mittwoch war wieder eine Firma da. Es ist bereits das dritte oder vierte Unternehmen, das sich einen Überblick verschafft hat."
Platzer hat einen bösen Verdacht: "Statt mit der Sanierung zu beginnen, spielt die Genossenschaft Frieden wieder auf Zeit. Ich vermute, dass sie einfach alle alten Mieter herausekeln wollen, um dann das komplette Haus zu sanieren."
"Heute" wollte von der Genossenschaft Frieden wissen, wie sie den Fall sieht und was die weiteren Schritte sein werden, nachdem bereits gerichtlich festgehalten wurde, dass der Vater von Michael Platzer unter unwürdigen Bedingungen leben muss. Bis zum Redaktionsschluss kam keine Antwort.
Auf Nachfrage reagierte die Gemeinde Pulkau mit einer Zusammenfassung ihres Kenntnisstandes des Problems: "Herr Anton Platzer hat seine Problematik bezüglich der Feuchtigkeit in seiner Wohnung bei uns im Rathaus vorgebracht. Von Seiten der Stadtgemeinde Pulkau wurden die bestehenden Probleme an die Siedlungsgenossenschaft Frieden weitergeleitet."
Danach, schreibt die Gemeinde, sei es zu einer gemeinsamen Besprechung in der Wohnung von Herrn Platzer gekommen, bei der die Genossenschaft Frieden ein Sanierungskonzept präsentierte. "Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand wurde dieses Konzept bislang jedoch nicht umgesetzt", stellt die Gemeinde in ihrer kurzen Antwort abschließend fest.
Für Michael Platzer, kommt das alles nicht überraschend: "Die letzte Firma, die bei meinem Vater war, hat sich den Schimmel angesehen. Dann hieß es nur, dass eine Sanierung der Wohnung keinen Sinn hat, solange die Außenwand feucht ist. Das ist doch ein Witz!"