Wien ist bunt – und genau das macht Aliz Buzás jetzt sichtbar. Die freischaffende Künstlerin lebt seit knapp drei Jahren mit ihrer Familie in der Bundeshauptstadt und hat ein außergewöhnliches Projekt gestartet: eine Wandbild-Serie über die Nationalitäten, die Wien prägen.
"Als Ungarin, die in Wien lebt, ist dieses Projekt sehr persönlich für mich", sagt Buzás. Entstanden ist die Idee im Deutschkurs – mitten unter Menschen aus aller Welt. "Ich hatte das Gefühl, dass sich viele noch wie Außenseiter fühlen, auch wegen kultureller Unterschiede." Ihre Kunst soll genau hier ansetzen: verbinden statt trennen.
In bisher neun Konzepten widmet sich die 35-Jährige unter anderem der österreichischen, türkischen, syrischen, ungarischen, kroatischen, rumänischen, italienischen, polnischen und serbischen Community. Wichtig ist ihr dabei eines ganz besonders: "Die Absicht ist nicht, Stereotype zu schaffen, sondern zu zeigen, wie vielfältige kulturelle Einflüsse den Alltag und die Grätzel Wiens formen."
Auch die Österreicherinnen und Österreicher bekommen ihren Platz. "Sie sind das soziale und kulturelle Fundament der Stadt, in der wir heute leben", betont die Künstlerin. Berge, Skifahrer, Wiener Schnitzel und Apfelstrudel dienen als Motive für das Kunstwerk. Weitere Bilder – etwa zu bosnischen, afghanischen oder chinesischen Communities – sind bereits geplant.
Noch sind die Werke Konzepte, doch Buzás weiß, wie große Wände funktionieren: Ein von ihr gestaltetes Wandbild mit Basketball-Motiv ist bereits in der Hollandstraße in Wien-Leopoldstadt zu sehen, ein weiteres entstand zuvor in Budapest. Jetzt hofft sie, dass ihr neues Projekt den Sprung von der Illustration auf die Straßen Wiens schafft. "Wenn diese Bilder realisiert würden, könnten sie zeigen, dass all diese Communities Teil der Lebendigkeit Wiens sind", ist die Künstlerin überzeugt.