Der Valentinstag steht vor der Tür – und für viele gehört ein Strauß roter Rosen einfach dazu: Kaum ein anderes Geschenk symbolisiert Liebe so eindeutig wie die klassische Schnittblume. Doch so romantisch der Liebesgruß wirkt, so problematisch ist er oft im Hintergrund: Denn viele Rosen haben eine lange Reise hinter sich – und bringen nicht nur Dornen, sondern auch eine ordentliche Portion Chemie mit.
Ein Großteil der Rosen stammt nicht aus heimischem Freilandanbau, sondern aus Ländern in Afrika oder Südamerika – oder aus beheizten Gewächshäusern in Westeuropa. Gerade im Februar wachsen bei uns kaum Freilandrosen. Das bedeutet: Entweder werden sie eingeflogen oder unter hohem Energieeinsatz produziert. Klimafreundlich wird der Valentinsstrauß dadurch nicht.
Doch nicht nur Klima und Transportwege sorgen für Kritik. Auch die Belastung mit Pestiziden ist bei vielen Rosen ein Problem: Anders als bei Obst oder Gemüse gibt es für Schnittblumen in der EU keine gesetzlichen Rückstandshöchstwerte. Das bedeutet: Selbst stark belastete Ware darf verkauft werden – schließlich landen die Blumen nicht auf dem Teller.
Tests von "Öko-Test" fanden in einzelnen Rosensträußen über 50 verschiedene Pestizide. In einzelnen Sträußen wurden Rückstände von mehr als 20 unterschiedlichen Wirkstoffen nachgewiesen. "Bei zehn Spritzgiften handelt es sich sogar um solche, die wir als besonders bedenklich einordnen", schreibt das Magazin. Darunter befanden sich Stoffe, die als krebserregend, fortpflanzungsschädigend oder bienentoxisch gelten.
Wer nachhaltig schenken möchte, muss nicht auf Romantik verzichten: Frühblüher wie Tulpen, Narzissen, Ranunkeln oder Hyazinthen sind im Februar saisonal verfügbar und oft weniger belastet als importierte Rosen. Noch besser sind Topfpflanzen statt Schnittblumen: Primeln, Krokusse oder Hyazinthen im Topf halten länger und können später auf Balkon oder im Garten weiterwachsen. So bleibt die Freude nicht nur ein paar Tage, sondern vielleicht über Jahre.
Auch kreative Alternativen gewinnen an Beliebtheit: Selbstgemachte Geschenke, gemeinsame Erlebnisse oder ein handgeschriebener Liebesbrief verursachen garantiert keine Pestizidrückstände – und bleiben oft länger im Herzen.