Bis heute halten sich hartnäckige Wasch-Regeln, die viele von uns noch von Mama oder Oma kennen: bloß nicht zu heiß waschen, streng nach Farben trennen, alles auf links drehen – und Seide bitte gleich in die Reinigung bringen. Doch stimmt das wirklich noch? Experte Daniel Vila von V-Zug, einem Schweizer Premium-Hersteller für Haushaltsgeräte, räumt mit den größten Wäsche-Mythen auf – und erklärt, was wirklich zählt.
"Das Sortieren schützt vor allem helle Textilien vor Verfärbungen durch neue oder stark gefärbte Stücke", erklärt Vila gegenüber von "20 Minuten". Bei ähnlichen Farbtönen – etwa dunkel, aber nicht ganz schwarz – und Kleidung, die schon öfter gewaschen wurde, ist das Trennen nicht mehr so wichtig. "Moderne Waschmittel undniedrige Temperaturen reduzieren das Risiko zusätzlich", meint der Experte.
Aber Achtung: Weiße Wäsche bleibt eine Ausnahme. Wer möchte, dass Shirts und Bettwäsche wirklich strahlend weiß bleiben, sollte sie weiterhin konsequent von bunten und schwarzen Teilen trennen.
Müssen tut man es nicht, schaden kann es aber definitiv nicht: "Diese einfache Maßnahme schützt Farben, Drucke und empfindliche Oberflächen, da die Außenseite im Waschgang stärkerer Reibung ausgesetzt ist", verrät der Experte im "20 Minuten"-Interview. Besonders bei Jeans, bedruckten Shirts oder feinen Stoffen lohnt sich das Umdrehen.
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Stark verschmutzte Kleidung sollte besser nicht auf links gewaschen werden, damit der Schmutz gründlich entfernt wird.
Wolle und Seide bestehen aus tierischen Eiweißfasern und reagieren empfindlich auf Hitze, starke Bewegung und falsche Waschmittel: "Spezielle Programme und passende Waschmittel sind daher empfehlenswert, eine chemische Reinigung ist aber nur dann nötig, wenn es das Pflegeetikett verlangt. Viele moderne Stoffe lassen sich problemlos in der Maschine reinigen", erläutert Vila.
Viele glauben, dass weißes Gewand nur bei 60 Grad oder mehr wirklich sauber wird. Doch das stimmt längst nicht mehr: "Moderne Waschmittel mit Bleichaktivatoren sorgen bereits bei 30 bis 40 Grad für strahlende Ergebnisse", erklärt der Experte. Entscheidend sei nicht die Temperatur allein, sondern der Verschmutzungsgrad und der hygienische Bedarf – etwa bei Bettwäsche oder Handtüchern.
Viele drehen den Temperaturregler automatisch hoch, weil sie glauben, dass die Wäsche sonst nicht richtig sauber wird. Doch auch das ist ein Irrtum: "Moderne Waschmittel reinigen auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig. Für normal getragene Unterwäsche und Socken sind 30 Grad meist ausreichend", so Vila.
Wenn du aber etwa Putzfetzen nach dem WC-Reinigen oder Wäsche nach einer Krankheit waschen willst, empfiehlt sich ein 60-Grad-Programm.
Waschen ist heute deutlich einfacher als früher: Moderne Technik nimmt uns viel Arbeit ab – und viele alte Regeln sind schlicht nicht mehr nötig. Wer ein paar Grundprinzipien kennt und auf Pflegeetiketten achtet, spart Zeit, Energie und schont gleichzeitig seine Klamotten.