Psychische Erkrankungen zählen laut einer Aussendung der Caritas zu den häufigsten gesundheitlichen Belastungen in Österreich. Laut orf.at sind laut Statistik Austria 30 bis 40 Prozent der Menschen im Laufe ihres Lebens davon betroffen.
"Das Psychosoziale Zentrum war vor 35 Jahren eine konkrete, niederschwellige Antwort auf eine Versorgungslücke – und es ist bis heute ein unverzichtbarer Baustein in der psychosozialen Landschaft geblieben", sagte Caritasdirektor Klaus Schwertner bei den Feierlichkeiten. Im psychosozialen Zentrum bekommen Betroffene kostenlose sozialpsychiatrische Unterstützung, wie auch der "ORF NÖ" berichtet.
Schwertner betonte außerdem, dass sich viele Betroffene nach wie vor notwendige Behandlungen nicht leisten können. Die Lage habe sich seit damals also nicht verbessert, sondern eher verschärft. Im Vorjahr wurden in den drei Einrichtungen der Caritas in Wiener Neustadt 80 Klientinnen und Klienten betreut, heuer sind es bereits 91. Das Angebot stößt damit sowohl personell als auch räumlich an seine Grenzen, so Schwertner.
Schwertner fordert daher mehr Sichtbarkeit und Offenheit im Umgang mit psychischer Gesundheit. Die Einrichtungen bieten Menschen mit psychischen Erkrankungen "einen sicheren Raum für Stabilisierung und Lebensqualität". "Sie bieten Tagesstruktur, sinnvolle Beschäftigung und Unterstützung im Alltag – das gibt Halt und Orientierung. Durch regelmäßige Betreuung tragen wir dazu bei, Rückfällen und Klinikaufenthalten vorzubeugen", sagte Schwertner.
Neben den drei psychosozialen Einrichtungen gibt es im psychosozialen Zentrum auch verschiedene Wohnangebote je nach Betreuungsbedarf. Dazu gehören sieben teilbetreute Wohngemeinschaften mit insgesamt 26 Plätzen sowie zwei vollbetreute Wohngruppen mit 20 Plätzen. Zusätzlich gibt es 38 Tagesstättenplätze und 13 Tagesbetreuungsplätze im Wohnen.