Nicht nur Italien hat die Grippewelle fest im Griff, auch in Österreich nehmen die Influenza-Fälle kontinuierlich zu - und damit auch die Zahl der schweren Verläufe sowie Hospitalisierungen. Bereits knapp vor Jahresende waren laut SARI-Dashboard, das die stationären Aufnahmen in österreichischen Krankenanstalten mit Diagnosen von Schweren Akuten Respiratorischen Infektionen zeigt, mehr Menschen wegen Influenza im Spital als zum Höhepunkt der Grippewelle 2024/25.
Und die Zahl der Fälle wird noch steigen. "Wir verzeichnen nach wie vor eine zunehmend starke Influenzavirusaktivität", so Virologin Monika Redlberger-Fritz von der MedUni Wien im "Heute"-Gespräch.
In den nächsten ein bis zwei Wochen werde sich daran vorerst auch nichts ändern, vermutet die Leiterin des nationalen Influenza-Referenzlabors. Hauptverantwortlich dafür ist die neue Influenza-A-Variante H3N2 Subklade K, der das Infektionsgeschehen vorantreibt. Rund 60 Prozent der eingeschickten Proben sind derzeit Influenza-positiv - und davon macht dieser Virusstamm etwa 75 Prozent aus.
Das Problem dabei ist, dass es schon länger keine H3-Welle mehr gab, sondern H1- und B-Subvarianten am weitesten verbreitet waren. Entsprechend ist auch der aktuelle Grippeimpfstoff nicht auf die H3N2-Subklade ausgerichtet.
"Die Impfung ist wirksam, aber nicht im gleichen Ausmaß wie in den vergangenen Jahren", so die Virologin. Allen, die nicht mit der Welle schwimmen wollen, rät sie deshalb dennoch ganz klar zur Impfung. "Außerdem sind die Husten-Etikette und die Handhygiene jetzt sehr wirksame Maßnahmen."
„Die Impfung ist wirksam, aber nicht im gleichen Ausmaß wie in den vergangenen Jahren.“
Beides sollte noch von der Corona-Pandemie im Gedächtnis sein. Wer husten oder niesen muss, sollte dies in ein Taschentuch oder die Armbeuge tun. Denn landen die Viren direkt in der Hand, dauert es nicht lange, bis man sie wieder munter auf Haltegriffe, Handläufe und Co. verteilt hat. Zudem sollte ein angemessener Abstand zu anderen Personen eingenommen werden, bevor man dem Hustenreiz nachgibt. Optimal sind hier anderthalb bis zwei Meter.
Die Hände werden regelmäßig mindestens 20 bis 30 Sekunden mit Wasser und Seife innen, außen, unter den Nägeln und in den Zwischenräumen gewaschen, um Krankheitserreger zu reduzieren.