Die Grippe macht sich heuer schon früher bemerkbar als gewöhnlich - und das gleich um ein paar Wochen. "Die Influenzavirusnachweise sind in Österreich zuletzt gestiegen. Im Vergleich zu den vorhergehenden Saisonen etwa um zwei bis vier Wochen früher", erklärt Virologin Monika Redlbeger-Fritz von der MedUni Wien und Leiterin des nationalen Influenza-Referenzlabors. Zudem schaue es nach zwei eher harmlosen Grippewintern dieses Mal so aus, als würde uns in Österreich eine kräftige Grippewelle bevorstehen.
Darauf deute die bereits vermehrte Influenzavirusaktivität in Großbritannien, Norwegen, Portugal und Spanien hin. In Österreich kam es bereits in Wien, Oberösterreich und der Steiermark zu wiederholten Influenzanachweisen. In Kärnten, Salzburg und im Burgenland konnte aktuell hingegen noch keine Virusaktivität festgestellt werden.
Schuld an der frühen Aktivität der sogenannten echten Grippe soll eine neue Influenza-Variante sein - "die auch schon in Österreich nachgewiesen wurde". Dieser Meinung ist auch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC): "Der neu aufgetretene Grippestamm, A(H3N2) Subklade K, treibt die Zirkulation an", lautet es in der kürzlich veröffentlichten Gefahrenanalyse. Was du darüber wissen solltest:
In einer typischen Saison verursacht die Grippe laut ECDC erhebliche Erkrankungen in der europäischen Bevölkerung mit bis zu 50 Millionen symptomatischen Fällen und 15.000 bis 70.000 Todesfällen jährlich. Alle Altersgruppen sind betroffen. Schätzungsweise erkranken jährlich bis zu 20 Prozent der Bevölkerung an Grippe.
Die Impfung wird weiterhin für alle ab sechs Monaten empfohlen, besonders aber für Risikogruppen wie Menschen über 60, Personen mit Vorerkrankungen, Kinder und Schwangere. Wer sich angesteckt hat, soll zu Hause bleiben oder Abstand halten und eine Maske tragen, rät die Virologin.