Influenza-Variante H3N2(K)

Früher und heftiger – neue Grippewelle kommt jetzt

Eine neue Grippevariante breitet sich in Österreich aus und könnte heuer für eine besonders starke und früh einsetzende Grippewelle sorgen.
Heute Life
20.11.2025, 11:14
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Obwohl wir noch mitten im November stecken, macht sich die Grippe heuer schon bemerkbar – und das etwa vier Wochen früher als sonst. Nach zwei eher harmlosen Grippewintern schaut es diesmal so aus, als würde uns in Österreich eine kräftige Grippewelle bevorstehen.

Besonders ein Blick nach Westeuropa lässt aufhorchen: In Großbritannien etwa sorgt eine neue Influenza-Variante, genannt H3N2(K), für einen frühen und heftigen Start in die Saison. Wie orf.at berichtet, wird diese Variante auch in Österreich genau beobachtet.

Monika Redlberger-Fritz, Virologin an der MedUni Wien und Leiterin des nationalen Influenza-Referenzlabors, erklärt: "Wir sehen im Moment, dass diese Variante sehr ansteckend ist und dementsprechend eine sehr starke Grippewelle verursacht. Von den Symptomen her sehen wir, dass sie eigentlich eine typische Grippe verursacht, mit hohem Fieber, starkem Husten, Kopf und Gliederschmerzen."

Umgeht den Impfschutz leichter

Die H3N2-Variante macht die Erkrankung zwar nicht schwerer als andere H3-Typen, sie umgeht aber den Impfschutz leichter. Das heißt, heuer wird es wahrscheinlich mehr Impfdurchbrüche geben als sonst. "Das heißt aber nicht, dass wir gar keinen Impfschutz haben, sondern nur, dass wir wahrscheinlich mehr Impfdurchbrüche sehen werden. Wir haben nach wie vor einen guten Schutz vor schweren Verläufen, also vor Hospitalisierung und vor Komplikationen", betont die Virologin.

Das Virus wurde bereits im Juni entdeckt – zu spät, um den Impfstoff für diese Saison noch anzupassen. "Die Impfstoffproduktion dauert ein halbes Jahr. Deshalb findet die Impfstoffzusammensetzung für die kommende Saison immer schon im Februar statt, damit im März mit der Produktion begonnen werden kann."

Mittlerweile taucht die neue, ansteckendere Variante H3N2(K) auch in immer mehr Proben aus Österreich auf. Dass sie wie in Großbritannien und Japan auch bei uns die Saison bestimmen wird, ist laut Redlberger-Fritz wahrscheinlich. Sie bleibt aber vorsichtig: "Man muss bei Influenza immer ganz vorsichtig sein bezüglich Mutmaßungen, weil wir gelernt haben, dass die Influenza immer für eine Überraschung gut ist."

"Kinder können sich sehr gut gegenseitig anstecken"

Ein zweiter Grund, warum die Grippewelle stärker ausfallen könnte: Wie in Großbritannien beginnt die Saison auch bei uns etwa vier Wochen früher als üblich. Das heißt, die Welle läuft schon los, wenn die Schulen und Universitäten noch offen sind. "Sprich, die Kinder können sich sehr gut gegenseitig anstecken, dieses Virus weiter in ihre Familien bringen und damit als Motoren und Verstärker für die Ausbreitung fungieren."

Überrascht ist Redlberger-Fritz von dieser Entwicklung nicht. Sie sieht darin eher eine Rückkehr zur Normalität, wie sie vor der Pandemie üblich war. "Wir wissen aus den Erfahrungen von vor der Pandemie: Wenn es einige Jahre mit sehr moderaten Saisonen gab, müssen wir mit einer stärkeren Saison rechnen."

An den Empfehlungen der Fachleute ändert sich trotzdem nichts: Die Impfung wird weiterhin für alle ab sechs Monaten empfohlen, besonders aber für Risikogruppen wie Menschen über 60, Personen mit Vorerkrankungen, Kinder und Schwangere. Wer sich angesteckt hat, soll zu Hause bleiben oder sonst Abstand halten bzw. eine Maske tragen, rät die Virologin.

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.11.2025, 11:14
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