Fühlst du dich oft müde und schlapp – obwohl du ausreichend schläfst? "Stille Entzündungen" könnten der Grund sein. Diese unsichtbaren Brandherde in unserem Körper, die über Jahre hinweg unauffällig sind, halten das Immunsystem dauerhaft im Alarmmodus. Dadurch leidet der Stoffwechsel, Organe werden nach und nach immer stärker belastet und man selbst spürt, dass man nicht ganz fit ist. Doch wie entstehen diese Reaktionen - und vor allem: Wie kann man sie vermeiden?
Stille Entzündungen unterscheiden sich grundlegend von akuten Reaktionen wie Rötungen oder Schwellungen nach einer Verletzung. Sie laufen schleichend ab und können langfristig Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Arthritis oder sogar neurologische Erkrankungen auslösen.
Oft werden die Symptome auf Stress, Lebensstil oder Alter geschoben – was natürlich auch ein Grund sein kann – doch häufig sind stille Entzündungen die Ursache für die Krankheitsbilder.
Der häufigste Auslöser sind Lebensmittel, die voller chemischer Zusätze und billiger Fette sind. Darunter fallen etliche Nahrungsmittel, die wir im Supermarkt kaufen, von denen einige fälschlicherweise als gesund gelten. Neben Tiefkühlpizza und Energydrinks sind auch Light-Dressings, Proteinriegel und viele vegane Fleischersatzprodukte betroffen.
Die darin enthaltenen Emulgatoren, Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker irritieren langfristig unser Mikrobiom (die Darmflora) und schwächen unserer Darmbarriere. Dadurch gelangen Stoffe ins Blut, die dort Entzündungen auslösen. Wer also viel industriell verarbeitete Essen konsumiert, lebt häufig mit einer stillen Dauerentzündung.
Auch die sogenannten "raffinierten" Kohlenhydrate sollte man lieber nicht allzu oft essen - darunter fallen Weißmehlprodukte, helle Pasta, industriell verarbeiteter Reis. Der Blutzuckerspiegel steigt rasch an, gefolgt von einem schnellen Abfall. Neben der bekannten Müdigkeit nach einer Spaghetti Bolognese, passiert zusätzlich folgendes: Stresshormone werden aktiviert und entzündungsfördernde Botenstoffe werden überproduziert.
Ergo: Die raffinierten Kohlehydrate, die im Körper schnell zu Glukose abgebaut werden, verändern wieder die Darmflora. Das sorgt dafür, dass die guten Bakterien sozusagen "verhungern" und die Darmbarriere instabil wird. So gelangen Schadstoffe ins Blut und Entzündungen werden angefacht.
Das bedeutet also: statt einem Pastateller lieber eine Gemüsepfanne mit Quinoa oder Linsen. Dein Körper wird es dir langfristig danken.
Fleisch ist bei stillen Entzündungen der umstrittenste Aspekt. Denn nicht jedes Fleisch ist schlecht – ganz im Gegenteil. Hochwertiges, unverarbeitetes Fleisch aus artgerechter Haltung liefert wichtige Proteine und essenzielle Aminosäuren sowie Eisen und Vitamin B12.
Problematisch wird es beim angeblich gesunden Putenschinken oder anderen Wurstwaren wie Speck oder Hot Dogs. Die darin enthaltenen Nitrite und Nitrate bilden im Körper reaktive Verbindungen, die wiederum Entzündungen fördern.
Doch auch wenn man sich für ein unverarbeitetes Fleisch entschieden hat: Die Zubereitung ist entscheidend. Denn beim Braten und Grillen entstehen sogenannte AGEs (Advanced Glycation Endproducts), die oxidativen Stress und entzündliche Prozesse verstärken.
Aber keine Sorge, auch das kann man vermeiden, indem man das Fleisch einfach schonender zubereitet: langsam in der Pfanne mit Olivenöl anbraten oder im Ofen schmoren. Ein weiterer Hack: Marinaden aus Zitronensaft, Essig und Kräutern können die Bildung schädliche Moleküle reduzieren. Auf diese Weise kann Fleisch Teil einer gesunden und entzündungsfreien Ernährung bleiben.
Neben den bisher genannten Entzündungsförderer reiht sich auch noch Alkohol sowie Zucker in die Liste ein. Ich selbst habe dazu eine ganze Woche im F.X. Mayr-Retreat in Bleib Berg verbracht, wo nicht nur das Fasten, sondern auch der Verzicht auf entzündungsfördernde Lebensmittel im Fokus steht.
Schon nach wenigen Tagen bemerkte ich, wie sich mein Körper veränderte: nach einem kurzen "Zucker-Entzug" gab es mehr Energie, weniger "Brain Fog" und eine schönere Haut. Besonders spannend war, wie schnell sich der Verzicht bemerkbar machte – selbst nach nur einer Woche. Diese Erfahrung zeigt, wie stark Ernährung unsere inneren "Feuer" beeinflussen kann und wie effektiv es ist, schädliche Trigger bewusst zu vermeiden.