Was sich einst tief unter dem Pazifik abspielte, war größer als alles, was wir heute kennen. Forscher haben nun nachgewiesen, dass das riesige Ontong-Java-Plateau nordöstlich von Australien durch extreme vulkanische Aktivität entstanden ist - das wohl größte vulkanische Ereignis der Erdgeschichte.
Möglich machten diese Erkenntnisse aktuelle Analysen von seismischen Wellen. Sie zeigen, dass die ozeanische Platte unter dem Ontong-Java-Plateau einst massiv umgebaut wurde. Statt einer gleichmäßigen Struktur finden sich dort mehrere Schichten, durchzogen von sogenannten Gangschwärmen - erstarrten Magmaströmen im Gestein.
Besonders auffällig sind Bereiche mit ungewöhnlich niedrigen seismischen Geschwindigkeiten. Diese deuten darauf hin, dass die Platte nördlich der Salomonen-Inseln chemisch verändert wurde. Verantwortlich dafür war Magma, das aus extrem tiefen Zonen des Erdmantels aufstieg und sich in die bestehende Platte fraß.
Das Ontong-Java-Plateau ist das größte ozeanische Plateau der Erde – in etwa so groß wie die Mongolei. Entstanden ist es vor rund 120 Millionen Jahren durch lang anhaltende, submarine Vulkanaktivität. Die dabei freigesetzten Mengen an Lava waren so gewaltig, dass sie vermutlich das Klima weltweit beeinflussten, heißt es.
Forscher gehen davon aus, dass diese Phase extremer Vulkanaktivität die Umwelt massiv belastete und mitverantwortlich für ein Massensterben im Meer war. Ursache des Ganzen dürfte eine sogenannte thermochemische Mantelplume gewesen sein - ein Aufstrom heißen Materials aus großer Tiefe.
Noch immer ist nicht vollständig geklärt, wie stark solche Magma-Aufstiege bereits bestehende Erdplatten verändern. Das nun vorgestellte Modell liefert aber wichtige Hinweise darauf, wie ozeanische Platten entstehen und sich im Laufe der Erdgeschichte wandeln.
Fakt ist: Was heute als gigantisches Plateau ruhig unter dem Meer schlummert, ist Resultat einer Naturgewalt, die den Planeten nachhaltig veränderte - und zeigt, wie lebendig unsere Erde ist.