Seit den 1950er-Jahren ranken sich Mythen rund um das Bermuda-Dreieck. Von Außerirdischen über Zeitportalen bis zu Flüchen war alles dabei. Jetzt bringt eine neue Theorie das berühmte Meeresgebiet wieder ins Gespräch - und sie kommt ganz ohne Science-Fiction und übersinnlichen Hokuspokus aus.
Die neue Theorie ist nüchtern: Forscher gehen von einer seltenen Kombination von Naturkräften am Meeresgrund aus, die zeitweise gefährliche Bedingungen erzeugt haben könnte. Auch kleine Flugzeuge, die tief über dem Ozean unterwegs waren, könnten davon betroffen gewesen sein.
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ungewöhnliche Umweltbedingungen eine Rolle gespielt haben könnten: Konkret geht es um Methangas, das vom Meeresboden aufsteigt. Diese Gasfreisetzungen könnten die Wasserdichte rapide verringert und damit den Auftrieb von Schiffen massiv beeinträchtigt haben. Auch Motoren sollen dadurch kurzfristig ausgefallen sein, heißt es.
Ronald Kapper von "What If Science" sagt: Das Phänomen könnte in früheren Jahrzehnten aktiv gewesen sein, habe sich aber später beruhigt. Genau das würde erklären, warum es im Bermuda-Dreieck vorwiegend im 20. Jahrhundert zu vielen Vorfällen kam - und in den vergangenen Jahrzehnten kaum mehr.
Der Forscher verweist darauf, dass ähnliche Methanausbrüche auch in anderen Regionen bekannt sind. Ein zeitlich begrenztes "aktives Feld" unter dem Bermuda-Dreieck könnte die Häufung der gemeldeten Unglücke erklären - und ebenso ihr späteres Verschwinden.
Ganz überzeugt sind nicht alle von der neuen Theorie. Autor Nigel Watson mahnt zur Vorsicht: Viele Ereignisse rund um das Bermuda-Dreieck seien übertrieben dargestellt oder bewusst mysteriöser gemacht worden. Zudem gebe es weltweit mehrere sogenannte mysteriöse Dreiecke. Trotzdem räumt auch er ein: Die Faszination für solche Phänomene ist ungebrochen.
Das Bermuda-Dreieck selbst ist kein exakt abgegrenztes Gebiet. Grob spannt es sich zwischen Miami, Bermuda und Puerto Rico auf. Berühmt wurde es spätestens durch ein Buch aus dem Jahr 1974, das von tausenden Opfern und spurlos verschwundenen Schiffen berichtete.
Fakt ist: Ob Mythos oder Naturphänomen - das Bermuda-Dreieck bleibt rätselhaft. Vielleicht ist genau das der wahre Grund, warum es uns bis heute nicht loslässt.
Klima-Erwärmung als tödlichste Gefahr
Tödlichste Gefahr im Bermuda-Dreieck ist in jedem Fall die globale Klima-Erwärmung. Die Meereserwärmung verwandelt das Gebiet in einen wahren Umwelt-Turbo mit steigenden Temperaturen, aggressiven Strömungen und stärkerem Sturmaufkommen. Zudem gilt das Bermuda-Dreieck als wichtige ökologische Zone - reich an Biodiversität, die vom Klimawandel bedroht ist.