Der Countdown läuft: Das weltbekannte Murmeltier Phil soll am "Groundhog Day" in der US-Kleinstadt Punxsutawney (Pennsylvania) wieder seine Wettervorhersage vor einer jubelnden Menschenmenge abgeben. Doch was ist der wahre Hintergrund dieser beliebten Folklore-Veranstaltung?
Die weltbekannte Tradition sieht vor, dass jedes Jahr am 2. Februar die Mitglieder des "Inner Circle" des Groundhog Clubs das Murmeltier bei Sonnenaufgang aus seinem Baumstumpf holen und "befragen". Seit über 130 Jahren gibt Phil seine Prophezeiungen über die restliche Dauer des Winters ab.
Woher kommt dieser kuriose Brauch? Der sogenannte Groundhog Day (Murmeltiertag) geht auf deutsche Siedler zurück, die im 19. Jahrhundert auswanderten und nach Pennsylvania kamen. Sie übernahmen ihre alten Bauernregeln, laut denen das Wetter am Lichtmesstag (2.Februar) den weiteren Winterverlauf bestimmt. Die Regel lautet: "Gibt's an Lichtmess Sonnenschein, wird’s ein später Frühling sein."
So wird Phils Verhalten interpretiert: Sieht das Murmeltier seinen Schatten (also bei Sonne), "erschrickt" es und verzieht sich - sechs weitere Wochen Winter drohen. Sieht der Nager keinen Schatten (also bei Wolken), bleibt es draußen im Freien, und der Frühling kommt früher.
Mehrere Studien zeigen übrigens, dass Phils "Trefferquote" bei 40Prozent liegt - also schlechter als reiner Zufall. Seriöse Wetterprognosen stützen sich heute auf Satellitendaten, Computermodelle und Langzeitbeobachtungen - nicht auf Tierverhalten.
Was haben Phils Vorhersagen mit der Erderwärmung zu tun? Durch den Klimawandel verändern sich Jahreszeiten und Temperaturverläufe, Winter werden in vielen Regionen milder und kürzer, der Frühlingsbeginn verschiebt sich nach vorne.
Diese globalen Klima-Veränderungen könnten Phils Vorhersagen noch unzuverlässiger machen, da sich die Grundlage des Brauchs - ein klar unterscheidbarer Winter-Frühling-Wechsel - zunehmend verwischt.