Die USA stecken im Winter-Chaos. Ein neuer, extrem starker Eis- und Schneesturm hat den Südosten des Landes erfasst. Ein Tiefdruckgebiet vor der Küste verstärkte sich am Wochenende explosionsartig zu einem Wintersturm, wie der nationale Wetterdienst meldete.
Was Meteorologen besonders auffällt: Schnee, Orkanböen, Sturmfluten und gefährliche Kälte treffen neuerdings Regionen, in denen sonst eher milde Winter üblich sind - mitverantwortlich dafür ist die globale Klimakrise.
Besonders heftig erwischte es North Carolina. An der Küste fielen mehr als 25 Zentimeter Schnee, in Charlotte wurde einer der schneereichsten Tage seit fast 150 Jahren gemessen.
In South Carolina wurden minus neun Grad erwartet, obwohl im Jänner dort 15 Grad herrschen. Noch extremer war es in West Virginia: In der Ortschaft Davis zeigte das Thermometer minus 33 Grad Celsius an.
Die Eiseskälte kroch sogar bis nach Florida. Dort wurden neue Kälterekorde für Februar registriert. Gefrorene Leguane fielen von den Bäumen. In manchen Regionen fielen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, selbst im Süden des Bundesstaates. Solche Werte hatte man dort zuletzt Ende der 1980er-Jahre gemessen.
Auf den Outer Banks vor der Küste herrschten Ausnahme-Zustände. Im gesamten Südosten führten Schnee und Eis zu mehr als 1.300 Verkehrsunfällen. Allein in North Carolina krachte es 750 Mal. Auch der Bahnverkehr war betroffen, Berichten zufolge konnte ein schweres Zugs-Unglück nur knapp verhindert werden. Die Behörden warnten vor potenziell lebensbedrohlichen Bedingungen und rieten, möglichst zu Hause zu bleiben.
Zusätzlich sorgten gefährliche Windchill-Werte für Alarm. Durch den starken Wind fühlte sich die Kälte oft deutlich extremer an, das Risiko für Erfrierungen stieg massiv. Der Sturm folgt auf eine ohnehin schon tödliche Kältewelle: Mehr als 100 Menschen kamen in den vergangenen Tagen infolge der extremen Wetterbedingungen ums Leben.
Hunderttausende Haushalte sind weiterhin ohne Strom und damit ohne Heizung. Landesweit waren zuletzt mehr als 150.000 Haushalte und Betriebe betroffen, vorwiegend in Mississippi und Tennessee. Auch der Flugverkehr stand still: Am Sonntag wurden 1.100 Flüge gestrichen, nachdem am Samstag bereits 2.500 ausgefallen waren.
Fakt ist: Während das "Snowmageddon" weiter wütet, bleibt vielen Amerikanern nur eines - warten, frieren und hoffen, dass der Wintersturm bald nachlässt.