Wiens Gurken sind ein echter "Exportschlager". Rund 75 Prozent der österreichischen Produktion kamen im Vorjahr aus der Bundeshauptstadt. Heuer macht den Gemüsebauern aber das Wetter einen Strich durch die Rechnung.
Vor allem die vielen Nebeltage im Jänner setzten den Pflanzen im Gewächshaus zu. "Durch die geringe Lichteinstrahlung der letzten Wochen ist das Wachstum nicht so vorangeschritten, wie es sein sollte", sagt Gemüsebauer Martin Flicker zum ORF Wien. Die Folge: Die Gurken brauchen länger, bis sie erntereif sind.
Auch die Zahlen zeigen das Problem. Laut Geosphere Austria lag die Zahl der Sonnenstunden in Wien deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Geerntet werde deshalb später als geplant. "Erhöhte Energiekosten und ein späterer Erntebeginn sind Umsatzeinbußen", klagt Flicker.
Während der Nebel den Gewächshäusern zusetzt, bringt der Winter für den Ackerbau auch Positives. In tiefer gelegenen Regionen war es der kälteste Jänner seit neun Jahren. Für Landwirtin Irene Maria Trunner ist das kein Nachteil: "Es ist für uns ganz wichtig, dass wir Kälte haben und auch im besten Fall eine Schneedecke auf den Feldern", sagt sie zu "Wien heute".
Warum ist die Kälte gut für Ackerbauern? Frost und Schnee schützen das Wintergetreide und helfen dem Boden. Schädlinge werden reduziert, harte Erdschichten brechen auf. Ganz entspannt ist die Lage aber nicht. Vor allem Niederschläge fehlen derzeit. "Wir haben in der Stadt gerade ein Defizit, was das Wasser betrifft", sagt die Landwirtin.