Instagram statt Reisepass

Social-Media-Kontrolle bei USA-Reise noch keine Pflicht

Urlaub in den USA könnte künftig tiefe Einblicke ins Privatleben verlangen: Behörden prüfen strengere Regeln für Social Media und Mails bei Einreise.
Newsdesk Heute
11.02.2026, 16:59
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Die USA könnten ihre Einreiseregeln bald deutlich verschärfen – und das sorgt schon jetzt für Aufregung. Die Heimatschutzbehörde prüft, ob Touristinnen und Touristen künftig tief in ihre Online-Vergangenheit blicken lassen müssen.

Wer mit dem visumfreien Esta-Formular einreist, soll unter Umständen Social-Media-Aktivitäten der letzten fünf Jahre sowie E-Mails aus einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren offenlegen. Betroffen wären Reisende aus Staaten des Visa Waiver Program, darunter nahezu alle EU-Länder.

Social Media statt Sonnencreme?

Bislang war die Angabe von Onlineprofilen freiwillig. Eine Anordnung der Behörde vom 10. Dezember brachte jedoch Bewegung in die Sache. Die 60-tägige Einspruchsfrist endete am vergangenen Sonntag – umgesetzt ist die Regelung aber noch nicht.

Laut Matthew Ashmore von der US-Heimatschutzbehörde handle es sich lediglich um einen ersten Schritt, um eine Debatte anzustoßen und neue Möglichkeiten zu prüfen. Für Einreisende habe sich derzeit nichts geändert.

Kritik aus der Reisebranche

Während Washington die Idee prüft, schrillen in Europa bereits die Alarmglocken. Der Dachverband der Reisebüros und Reiseveranstalter ECTAA warnt, strengere Datenerhebungen könnten das Reisen in die USA deutlich unattraktiver machen.

Besonders kritisch sehen Branchenvertreter Pläne, den Antrag nur noch mobil und mit biometrischen Daten abzuwickeln. Auch die Sicherheit sensibler Informationen und fehlende Transparenz werden hinterfragt.

Das ist die elektronische Einreisegenehmigung (Esta)

EU-Bürger können eine elektronische Einreisegenehmigung (Esta) beantragen. Damit können sie ohne Visum für bis zu 90 Tage am Stück in die USA einreisen. Voraussetzung ist nach den Vorgaben des "Visa Waiver"-Programms ein elektronischer Reisepass, der für die gesamte Dauer des Aufenthalts gültig ist. Einmal beantragt, ist die Esta-Genehmigung für zwei Jahre gültig. In diesem Zeitraum sind mehrfache Einreisen möglich. Die US-Behörden empfehlen, den Antrag mindestens 72 Stunden vor Reiseantritt zu stellen.

Entscheidung steht noch aus

Die Zoll- und Grenzschutzbehörde sammelt aktuell Stellungnahmen zu dem Vorhaben. Danach gehen die Unterlagen an das US-Amt für Verwaltung und Haushaltswesen – dort fällt die endgültige Entscheidung, ob die neue Datenerhebung tatsächlich kommt. Ein Zeitplan dafür existiert noch nicht.

Sicherheitsargumente aus Washington

Die US-Heimatschutzbehörde verteidigt die möglichen Verschärfungen mit dem Schutz der Bevölkerung. Nach Behördenangaben sollen die Maßnahmen helfen, ausländische Terroristen oder andere Bedrohungen früher zu erkennen.

Hintergrund ist unter anderem ein Vorfall Ende November, bei dem ein Mann das Feuer auf Nationalgardisten eröffnete und eine Person starb. Laut Behörden handelte es sich um einen afghanischen Staatsbürger, der 2021 in die USA eingereist war.

Noch ist also nichts fix – doch schon jetzt sorgt die Idee, vor der USA-Reise die eigene digitale Vergangenheit offenzulegen, für hitzige Diskussionen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 11.02.2026, 16:59
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