Große Pläne, wenig Bewegung: Die SPÖ wollte eigentlich längst in einer neuen Parteizentrale angekommen sein. Doch auch 2026 wird daraus vorerst nichts. Statt Wien-Favoriten bleibt die Parteiführung weiter in der Löwelstraße – in einem Gebäude, das zusehends verfällt.
Bereits 2023 kündigte die SPÖ an, ihr palaisartiges Hauptquartier neben dem Café Landtmann aufzugeben. Partei und Verwaltung sollten ins Arbeiterheim nach Wien-Favoriten übersiedeln. Der neue Standort wurde damals als symbolischer Schritt verkauft – näher zu den Menschen, zurück zu den Wurzeln.
Doch seitdem ist wenig passiert. Ein Blick in die verpflichtend veröffentlichte Vermögensbilanz der Partei zum 1. Jänner 2026 zeigt ein Minus von rund drei Millionen Euro. Geld, das für den Umbau und den Umzug offenbar fehlt.
Die Pläne waren einst ambitioniert. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig erklärte damals: "Mit dem 'roten Haus' können wir uns keinen besseren und für die Sozialdemokratie bedeutenderen Nachfolgestandort wünschen." Präsentiert wurde der Umzug im Februar 2023 – umgesetzt wurde er bis heute nicht.
Währenddessen verfällt die bestehende Zentrale weiter. Das 1880 errichtete Gebäude hinter dem Burgtheater zeigt deutliche Spuren des Alters. Die Fenster im Erdgeschoss sind mit roter Folie verklebt. In sozialen Medien spotten Nutzer, der Anblick erinnere an "ein Rotlicht-Etablissement in einem Vorstadtbezirk".
Im Inneren ist die Lage nicht besser. Stiegenhäuser und Büros gelten als dringend sanierungsbedürftig. Doch weil die SPÖ nicht auszieht, kann der Eigentümer – die Stadt Wien – weder mit einer Renovierung noch mit einer neuen Nutzung beginnen. Am Ende zahlen auch hier die Steuerzahler die Zeche.
Auch am künftigen Standort tut sich nichts. Im Arbeiterheim an der Laxenburger Straße, das 1902 eröffnet wurde und zeitweise als Hotel diente, sind keine Umbauarbeiten zu sehen. Das Gebäude wird weiterhin als Quartier für rund 200 Obdachlose genutzt.
Der Umzug in die sogenannte "Festung der Solidarität", wie das Parteilokal in Favoriten genannt wird, rückt damit erneut in weite Ferne. Ein fixer Termin fehlt, der Zeitplan gilt intern längst als unrealistisch.