Wiens Budgetdefizit für 2025 fällt mit 2,8 Milliarden Euro deutlich geringer aus als zuletzt befürchtet. Eine ganze Milliarde Euro weniger Minus als noch Anfang 2025 prognostiziert. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) spricht von einem Erfolg – doch die Opposition sieht das anders.
Aus dem Büro von Bürgermeister Ludwig heißt es, Wien sei auf einem guten Weg. Der Schuldenstand soll Ende 2025 bei 14,4 Milliarden Euro liegen – rund 500 Millionen weniger als erwartet. Auch die sinkenden Zinsen bringen Entlastung: bis zu 50 Millionen Euro könnten eingespart werden.
Ludwig betont den Spagat zwischen Sparen und Investieren: "Konsolidierung funktioniert nur mit Wachstum, Beschäftigung und Investitionen." Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) sieht Wien weiter als sozialen Stabilitätsanker: "Wir sichern Daseinsvorsorge und Lebensqualität."
Ganz anders klingt das bei der ÖVP Wien. Parteiobmann Markus Figl spricht von einer "rot-pinken Täuschung": "Die neuen Zahlen können die Schuldenmisere nicht verdecken." Laut ÖVP würden lediglich Rücklagen aufgelöst, echte Einsparungen gebe es keine. Der Schuldenstand steuere bis 2030 auf rund 30 Milliarden Euro zu.
Figl warnt: "Das ist Schuldenpolitik auf Kosten zukünftiger Generationen." Die Forderung der ÖVP: Sparen bei Mindestsicherung, im "Förderdschungel" und im Magistrat – statt weiterer Belastungen für die Bevölkerung.
Noch schärfer reagiert die FPÖ. Wiens Parteichef Dominik Nepp nennt das Defizit einen "finanzpolitischen Wahnsinn": "2,8 Milliarden Euro Minus als Erfolg zu verkaufen, ist absurd."
Die Schulden würden sich bis 2030 auf fast 28 Milliarden Euro verdoppeln. Bezahlen müssten das laut FPÖ vor allem arbeitende Wiener, Pensionisten und "leistungstragende Österreicher". Nepp spricht von einem "unsozialen Belastungspaket" und einer reinen "Geldeintreiberei", um eine verfehlte Politik zu finanzieren.