Am Freitag traf die rot-pinke Koalition ab 9 Uhr zu einer Regierungsklausur zusammen. Im Stadtsenatssitzungssaal des Rathauses wurden unter dem Motto "Starke Wirtschaft – Starkes Wien" Maßnahmen präsentiert, die das Wirtschaftswachstum ankurbeln sollen. Verkündet wurde zudem auch ein neuer Rekord im Tourismus: 2025 gab es über 20 Millionen Nächtigungen – ein Plus von sechs Prozent zum Vorjahr.
Wiens Life-Science-Branche wächst seit Jahren. Der Jahresumsatz stieg zuletzt um 22 Prozent auf rund 22,7 Milliarden Euro. Bis 2029 soll daher in Neu Marx (im Umfeld des Vienna BioCenters) um 170 Millionen Euro ein neues Life Science Center entstehen. Auf rund 14.000 Quadratmetern errichtet die Wirtschaftsagentur Wien einen Innovations- und KI-Hub mit Büros und Laboren, die angemietet werden können. Das Center umfasst Erdgeschoss, sechs Obergeschosse und ein Untergeschoss.
Erste Mieterin im Life Science Center Vienna ist das von der Boehringer Ingelheim Stiftung finanzierte Forschungsinstitut Aithyra für Künstliche Intelligenz in der Biomedizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Das Institut, das Fortschritte in der Biomedizin beschleunigen will, belegt rund 7.000 Quadratmeter und damit 50 Prozent der Flächen.
"Die Investition von rund 170 Millionen Euro stärkt nicht nur den Forschungs- und Innovationsstandort Neu Marx, sondern schafft nachhaltige Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze – von der Bauwirtschaft bis hin zu hochqualifizierten Jobs in Forschung, Technologie und künstlicher Intelligenz", erklärte Wirtschafts-Stadträtin Barbara Novak (SPÖ).
Weiters waren zwei neue Stadtentwicklungsgebiete und ein Stadterneuerungsgebiet Thema. Die Stadt beginnt heuer mit der Entwicklung von fünf Stadtgebieten mit 4.530 geförderten Wohnungen im Endausbau. Neben den drei Gebieten in der Erzherzog-Karl-Straße (Donaustadt), der Weichseltalgasse (Simmering) und der Phase B am Nordwestbahnhof (Brigittenau) kommen die Gebiete im Gasometer-Vorfeld (Simmering) und in der Wagramer Straße (Donaustadt) dazu – dort werden 650 geförderte Wohnungen geschaffen.
Im Bereich Stadterneuerung setzt die Stadt mit dem Programm "WieNEU+" auf gezielte Sanierung und Belebung ganzer Grätzl. Die "Grätzlförderung" unterstützt bei innovativen Gebäudesanierungs-Projekten, die "Grätzlinitiative" unterstützt lokale Unternehmer, Vereine und Interessenverbände. Nach den Zielgebieten Innerfavoriten, dem Grätzl 20+2 (Alliiertenviertel) und Hernals wird in dieser Legislaturperiode in der Umgebung des Schlingermarktes (Floridsdorf) ein weiteres Zielgebiet aus der Taufe gehoben.
"Als Metropole des sozialen Wohnbaus setzt Wien international neue Maßstäbe für leistbares Wohnen und kurbelt gleichzeitig den Wirtschaftsmotor Bauwirtschaft an. Die Stadt nimmt hier aktiv Verantwortung wahr, fördert den Neubau von leistbaren Wohnungen und unterstützt nachhaltige Sanierungen von Gebäuden", so Vizebürgermeisterin und Wohnbau-Stadträtin Kathrin Gaál (SPÖ).
Ein weiterer Fokus lag auf der Wirtschaftsleistung der Stadt. Wien hat derzeit eine Wirtschaftsleistung von rund 130 Milliarden Euro – das sind 25,4 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung in Österreich. Das prognostizierte Wirtschaftswachstum für 2025 liegt bei rund einem Prozent – im Gegensatz zu +0,3 Prozent für das gesamte Bundesgebiet.
"Die vergangenen Jahre haben eines bewiesen: Wien ist selbst in Zeiten der Rezession der Wirtschaftsmotor der Republik. Wir setzen jetzt Maßnahmen, um dieses Wachstum weiter anzukurbeln, damit so viele Menschen eine Beschäftigung bekommen", meinte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).
Die Bundeshauptstadt hatte zudem in den vergangenen drei Jahren den mit Abstand stärksten Zuwachs an Beschäftigungsverhältnissen – absolut (+35.585) wie prozentuell (+2,1 Prozent). Mit 933.430 Personen wird ein historischer Beschäftigungs-Höchststand verzeichnet.
Als Gründe dafür werden neben zahlreichen Maßnahmen zur Steigerung der Beschäftigung – Frauenstiftung, Joboffensive für Jugendliche, Joboffensive 50plus – auch ein Höchststand an über 10.000 Unternehmens-Neugründungen und 218 internationalen Betriebsansiedlungen genannt. Zudem wird die Wiener Medieninitiative im heurigen März mit 600.000 Euro weitergeführt.
"Ein wirtschaftlicher Aufschwung ist auch ein gesellschaftlicher Aufschwung. Und die Grundlage dafür ist die beste Bildung, damit jeder Mensch die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben hat. Aufschwung bedeutet vor allem eines: Dass unser Leben besser wird. Dafür arbeiten wir jeden Tag", freute sich Vizebürgermeisterin und Bildungs-Stadträtin Bettina Emmerling (Neos).