Heute, Freitag, kommt ab 9 Uhr die rot-pinke Koalition zu einer eintägigen Regierungsklausur zusammen. Getagt wird im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses. Unter dem Motto "Starke Wirtschaft – Starkes Wien" stehen Maßnahmen im Fokus, die das Wirtschaftswachstum ankurbeln und die Beschäftigung in der Bundeshauptstadt weiter steigern sollen.
Direkt im Anschluss an die Klausur lädt die Wiener Stadtregierung zu einem Mediengespräch im Festsaal des Wiener Rathauses. Ab voraussichtlich 13 Uhr stellen sich Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), Vizebürgermeisterin und Stadträtin Kathrin Gaál (SPÖ), Vizebürgermeisterin und Stadträtin Bettina Emmerling (Neos) und Stadträtin Barbara Novak (SPÖ) den Fragen der Medien.
Dem Vernehmen nach liegt der Fokus der Klausur auf den Themen Bildung, Stadtentwicklung und Life Sciences. Besprochen wird auch die Wirtschaftsleistung von Wien: Diese ist auf rund 130 Milliarden Euro gestiegen – das entspricht 25,4 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Österreichs. Als einziges Bundesland verzeichnete die Stadt zuletzt durchgehend ein Wirtschaftswachstum.
Bereits zu Beginn der aktuellen Regierungsperiode wurden erste Maßnahmen beschlossen, um Beschäftigung und Wachstum nachhaltig zu stärken. Bei der Klausur sollen nun weitere Projekte diskutiert werden, die Wien fit für die Zukunft machen sollen – auch Neuerungen sind zu erwarten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf gezielten Arbeitsmarktmaßnahmen. Mit der Frauenstiftung Wien erhalten Frauen ohne abgeschlossene Berufsausbildung eine neue Perspektive. Die Maßnahme richtet sich an beim AMS Wien vorgemerkte Wienerinnen ab 25 Jahren mit Anspruch auf Arbeitslosengeld – insbesondere nach familienbedingten Berufsunterbrechungen. Das Programm läuft seit 1. August 2025, bis zu 100 Frauen können teilnehmen. Angestrebt werden vor allem Jobs im kaufmännischen, administrativen und pädagogischen Bereich.
Die Job-Offensive für 1.000 Jugendliche soll wiederum 18- bis 24-Jährige vor Langzeitarbeitslosigkeit schützen. Bereits über 80 junge Menschen haben laut Stadt einen neuen Job gestartet. Unternehmen erhalten vier Monate Zuschüsse zu Lohn- und Lohnnebenkosten, wenn sie Jugendliche einstellen, die zuvor mindestens neun Monate beim AMS gemeldet waren. Der waff und das AMS Wien unterstützen dabei gemeinsam die Betriebe.
Auch die Joboffensive 50+ wird fortgesetzt. Rund 2.500 Wiener über 50 Jahre fanden dadurch bereits einen neuen Job. Das Programm wird auch 2026 unvermindert fortgeführt. Unternehmen, die langzeitbeschäftigungslose Personen über 50 einstellen, erhalten attraktive Förderungen: Vier Monate werden die Lohnkosten nahezu vollständig übernommen, weitere vier Monate zu rund zwei Dritteln.
Auch der Medienstandort Wien soll gestärkt werden: Mit der Wiener Medieninitiative hat die Stadt bereits über 300 Medienprojekte mit mehr als 10 Millionen Euro gefördert. Das Programm wird verlängert und ab März 2026 um eine zusätzliche Förderung von 600.000 Euro erweitert.
Ziel ist es, Medienhäuser bei der digitalen Transformation zu unterstützen und Arbeitsplätze im Journalismus zu sichern oder neu zu schaffen.
Auch der Kauf von "ImWind" wird Gegenstand der Klausur sein: Damit erweitert Wien Energie ihr Ökostrom-Portfolio um 52 Windkraftanlagen und vier Photovoltaik-Großanlagen. Bis 2030 sollen insgesamt 1.800 Megawatt erneuerbare Leistung realisiert werden – mehr als eine Verdopplung der bisherigen Kapazität.