Schon wieder sorgt ein Umweltskandal im Burgenland für Wirbel. In der beschaulichen Gemeinde Wiesfleck im Bezirk Oberwart wurden bei Trinkwasserproben Glyphosat und weitere Pestizide nachgewiesen. Betroffen sind die Ortsteile Schreibersdorf, Schönherrn und Weinberg.
Wie die Gemeinde laut "Kronen Zeitung" mitteilte, werde die Wasserversorgung der betroffenen Gebiete ab sofort über Wiesfleck sichergestellt. Wie es zu der Verunreinigung kommen konnte, ist derzeit noch unklar. Als mögliche Ursachen gelten Umwelteinflüsse im Bereich der Quelle oder ein unsachgemäßer Umgang mit Pestiziden.
Erst vor wenigen Wochen hatte ein anderer Umweltskandal im Burgenland für Schlagzeilen gesorgt: Anfang 2026 wurde bekannt, dass in vier Steinbrüchen im Süd- und Mittelburgenland - unter anderem in Rechnitz und Oberwart - stark asbesthaltiges Gestein abgebaut worden war.
Das höchst bedenkliche Material wurde als Schotter etwa auf Spielplätzen, bei Schulen, im Wegebau und sogar als Winterstreusplitt verwendet.
Mitte Februar präsentierte das Land Burgenland im Zuge der Asbest-Diskussion die Ergebnisse von Luftmessungen. Eine eigens eingesetzte Taskforce erklärte, dass auf den untersuchten Flächen keine akute Gefahr bestehe. Dennoch soll das belastete Material mittelfristig fachgerecht entfernt werden.
Glyphosat ist das meistverkaufte Pestizid und tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Einsatz überlebt, sagen Experten. Glyphosat ist laut WHO wahrscheinlich krebserregend beim Menschen und trägt maßgeblich zum Artensterben bei.
Auch der Wiener Umweltmediziner Hans-Peter Hutter stellte klar, dass aktuell keine sofortige Gefahrenabwehr notwendig sei. Langfristig müsse jedoch sichergestellt werden, dass belastetes Material sachgemäß entsorgt wird. Zudem werde zu prüfen sein, wie es mit den vier behördlich geschlossenen Steinbrüchen weitergehe.
Fakt ist: Nach Asbest bei Spielplätzen nun Pestizide im Trinkwasser - im Burgenland wächst in der Bevölkerung die Sorge um Umwelt und Gesundheit.