Am Sonntag hat - meteorologisch gesehen - der Frühling begonnen. Nach Glatteis, Neuschnee, Lawinengefahr und Tauwetter war das Interesse an verlässlichen Prognosen zuletzt besonders groß. Doch wie entsteht eigentlich so eine Wettervorhersage?
Die Grundidee ist simpel: Meteorologen messen das aktuelle Wetter und berechnen mit physikalischen Gleichungen, wie es sich weiterentwickelt. Je genauer Luftdruck, Temperatur, Feuchtigkeit oder Wind erfasst werden, desto treffsicherer ist die Prognose, berichtet der ORF.
Das Problem dabei: Idealerweise müsste man überall auf der Erde gleichzeitig messen - über Land, über den Ozeanen und in mehreren Kilometern Höhe. Denn die Luftschicht, in der sich unser Wetter abspielt, reicht je nach Region bis zu 16 Kilometer nach oben.
In Österreich sammelt die GeoSphere Austria auf der Hohen Warte in Wien-Döbling laufend Daten. Niederschlagsmesser erfassen Regen und Schnee, Wind wird auf zehn Meter hohen Masten gemessen. Ultraschallsensoren bestimmen Geschwindigkeit und Richtung, weitere Geräte messen die Sonneneinstrahlung.
Der Februar 2026 zeigte sich mild, niederschlagsreich und relativ trüb. Vorläufige Bilanz der GeoSphere Austria: Wir erlebten den vierzehntwärmster Februar der Messgeschichte. Weniger Sonnenstunden gab es zuletzt im Februar 2018 und mehr Niederschlag ereignete sich zuletzt im Februar 2025.
Weltweit werden Messdaten ausgetauscht und in großen Rechenzentren verarbeitet. In Europa laufen viele Daten beim ECMWF zusammen. Dazu kommen Infos von Wetterballons, Flugzeugen, Messbojen und Satelliten. Gerade Satelliten haben die Prognosen in den vergangenen Jahrzehnten massiv verbessert.
Entscheidend ist auch die Rechenleistung. Moderne Wettermodelle simulieren mit enormer Computerpower, wie sich Tiefs, Hochs und Fronten entwickeln. Nationale Wetterdienste betreiben dafür eigene Rechenzentren mit regionalen Modellen, während globale Modelle großräumige Entwicklungen berechnen.
All die Messdaten, Satellitenbilder und Computerberechnungen landen schließlich bei Meteorologen, die daraus verständliche Prognosen machen - für Zeitungen, TV, Radio, Apps und Websites. Wetterprognosen zählen in praktisch allen Medien zu den meistgelesenen Berichten.
Die Ergebnisse werden je nach Bedarf aufbereitet: Energieunternehmen benötigen Daten zu Wind und Sonne, die Luftfahrt exakte Prognosen für sichere Flüge - und wir brauchen Infos, ob wir den Regenschirm in der Früh mitnehmen müssen oder nicht. Und im Ernstfall helfen die Modelle sogar dabei, die Ausbreitung von Schadstoffen oder radioaktiver Strahlung zu berechnen.