Vier Angriffe durch die USA und Israel hat das renommierte "Institute for National Security Studies" bisher (Stand: 2. März, 11.15 Uhr) in der iranischen Hafenstadt Buschehr an der Golfküste registriert - in unmittelbarer Nähe zum einzigen Atomkraftwerk des Iran.
Atomexperten sind daher in größter Sorge: Ein direkter militärischer Treffer auf Bushehr, wo Tonnen an nuklearem Material lagern, wäre ein großes nukleares Risiko - ein Super-GAU hätte mit Sicherheit größte humanitäre und ökologische Auswirkungen.
Rafael Grossi, Chef der UN-Atomaufsichtsbehörde IAEA, warnte eindringlich vor den Risiken für die nukleare Sicherheit in der gesamten Region. "Wir können einen Strahlungsaustritt mit schwerwiegenden Folgen nicht ausschließen - inklusive Evakuierung von Gebieten, die größer sind als Metropolen", warnte Grossi.
Ein Angriff auf das von Russland erbaute Atomkraftwerk könnte eine "regionale Katastrophe" auslösen - mit "großen Konsequenzen" jenseits der iranischen Grenzen, sagte Grossi. Derzeit gebe es noch keine Hinweise auf direkte Treffer im Kraftwerk, doch der Kontakt zu den iranischen Aufsichtsbehörden sei abgerissen und müsse "so schnell wie möglich" wiederhergestellt werden.
Noch eindringlichere Warnungen vor Angriffen kamen bereits im Vorjahr vom Chef des russischen Atom-Staatskonzerns Rosatom, Alexei Likhachev: "Sollte es zu einem Angriff auf das AKW kommen, wäre dies eine Katastrophe, die mit Tschernobyl vergleichbar wäre", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur RIA.
Auch die regionalen Auswirkungen eines amerikanischen (oder israelischen) Bomben- oder Raketenangriffs auf Buschehr wären fatal: Ein Super-GAU könnte nicht nur Iran, sondern auch benachbarte Länder am Persischen Golf und darüber hinaus betreffen - gerade in einer dicht besiedelten und wirtschaftlich wichtigen Region.
Wie bei den meisten zivilen Reaktoren gibt es im Kraftwerk eingebaute Sicherheitshüllen und Systeme, die einen Unfall oder Schäden begrenzen sollen. Doch militärische Angriffe könnten diese Schutzschichten überwinden, was insbesondere dann gefährlich wäre, wenn die Stromversorgung oder Kühlkreisläufe ausfallen - ein Szenario, das zu einer Kernschmelze führen kann.