Im Burgenland steht am Montag (16. Februar) ein Sonderlandtag zum Asbest-Skandal an ("Heute" hat berichtet). Greenpeace fordert Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und seine Stellvertreterin Anja Haider-Wallner auf, endlich Verantwortung zu übernehmen.
Es brauche sofort wirksame Maßnahmen, statt sich weiter hinter einer Taskforce für Luftmessungen zu verstecken.
In einer Aussendung kritisiert Greenpeace, dass das Land weiterhin nur auf langfristige Messungen setzt, während immer mehr Unternehmen und Bürgermeister schon jetzt konkrete Schritte gegen das Asbestrisiko setzen. Bereits vor einer Woche hat Greenpeace dem Land einen Aktionsplan gegen die Asbestgefahr vorgelegt.
Greenpeace-Umweltchemiker Herwig Schuster sagt: "Wir freuen uns, dass immer mehr vom Asbestskandal betroffene Unternehmen und Lokalpolitiker konkrete Sofortmaßnahmen setzen und damit den Greenpeace-Asbest-Aktionsplan konsequent umsetzen. Umso befremdlicher ist es, dass die Burgenländische Landesregierung noch immer glaubt, mit Luftmessungen allein das Problem lösen zu können."
Greenpeace schlägt vor, die Aufgaben der Taskforce rasch zu erweitern, damit besonders gefährliche Asbest-Anwendungen wie Spielplatzschotter und Rollsplitt rasch entfernt werden. Dafür braucht es Fachleute, die sich mit Asbest auskennen.
Seit den ersten Greenpeace-Asbestanalysen haben bereits mehrere Unternehmen und Gemeinden reagiert.
McDonald’s, ASFINAG und ÖBB haben nach Funden von stark belastetem Material sofort Sperren eingerichtet und den Abtransport organisiert. Der Straßendienst in Niederösterreich verwendet keinen asbesthaltigen Rollsplitt mehr.
Auch Bürgermeister greifen durch: In Neudau in der Steiermark wird der gesamte Streusplitt eingesammelt und entsorgt, in Winden im Burgenland unterstützt der Bürgermeister ebenfalls die Entsorgung.
Den Vorstoß der Taskforce für eine bundesweite Regelung beim Verkauf von asbesthaltigen Steinbruchprodukten begrüßt Greenpeace ausdrücklich.
"Es ist wichtig, dass das Parlament beschließt, dass Produkte mit einem Asbestgehalt von über 0,1% generell nicht mehr verkauft werden dürfen. Das stellt sicher, dass zukünftige Bauprodukte nicht mehr als gefährlicher Abfall enden müssen, sondern recyclingfähig sind", so Schuster.