Die Mikrowelle gehört in den meisten österreichischen Küchen zur Grundausstattung. Ob Reste vom Vortag, eine schnelle Tasse Tee oder warme Milch - das Gerät spart Zeit und ist unkompliziert. Doch beim Erhitzen von Flüssigkeiten lauert eine Gefahr, die viele unterschätzen.
Die Mikrowelle erwärmt Flüssigkeiten, indem sie Wassermoleküle durch unsichtbare Strahlung in Bewegung versetzt. In glatten Gefäßen wie Tassen kann Wasser dabei über 100 Grad Celsius erhitzt werden, ohne dass es sichtbar kocht. Fachleute nennen dieses Phänomen Siedeverzug.
Wie chip.de berichtet, ist das Erhitzen von Flüssigkeiten in der Mikrowelle laut der US-Lebensmittelbehörde FDA nicht ganz ungefährlich. Schon eine kleine Bewegung - etwa das Anheben der Tasse - kann das überhitzte Wasser plötzlich und heftig aufsprudeln lassen. Das kann zu schweren Verbrühungen führen.
Wer vor dem Erwärmen Zucker, Kaffeepulver oder ähnliche Partikel ins Wasser gibt, kann das Risiko etwas verringern. Die kleinen Teilchen dienen als sogenannte Störstellen, an denen sich Dampfblasen leichter bilden. Dadurch kann der Druck nach und nach entweichen, statt sich explosionsartig zu lösen. Ganz gebannt ist die Gefahr dadurch aber nicht.
Besonders heikel ist das Erwärmen von Babymilch oder Säuglingsnahrung. Da die Mikrowelle Flüssigkeiten ungleichmäßig erhitzt, können heiße Stellen entstehen, die beim Trinken Verbrennungen im Mund- und Rachenraum verursachen. Außerdem werden Keime nicht überall zuverlässig abgetötet. Experten empfehlen, Babyflaschen stattdessen im Wasserbad oder mit einem Flaschenerwärmer auf Trinktemperatur zu bringen.
Hersteller wie Miele raten, Flüssigkeiten vor dem Erhitzen gründlich umzurühren und das auch nach der Hälfte der Garzeit zu wiederholen. Nach dem Ende der Erhitzungszeit sollte der Behälter mindestens 20 Sekunden in der Mikrowelle stehen bleiben, bevor man ihn herausnimmt.
Ein eher überraschender Tipp: Ein kleiner Metalllöffel in der Tasse kann Siedeverzug sogar verhindern. Der Löffel dient als sogenannter Siedekeim, an dem sich Dampfblasen bilden. Wichtig dabei: Der Löffel muss mindestens zwei Zentimeter Abstand zu den Innenwänden der Mikrowelle haben, um Funkenbildung zu vermeiden.