E-Fuels für daheim

Gerät macht daheim Benzin aus der Luft

Ein US-Start-up hat ein kühlschrankgroßes Gerät entwickelt, das CO2 aus der Luft filtert und daraus bis zu vier Liter Benzin am Tag herstellt.
Technik Heute
04.03.2026, 14:52
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Das Thema synthetischer Kraftstoffe elektrisiert die Autobranche. Sogenannte E-Fuels werden mithilfe von Strom aus CO2 hergestellt und gelten als klimaneutrale Alternative zu fossilem Sprit. Das New Yorker Start-up Aircela will diese Technologie jetzt direkt in den Haushalt bringen - mit einem Gerät, das kaum größer ist als ein Kühlschrank.

Das System funktioniert als simples Plug-and-Play-Gerät und braucht laut Hersteller kein technisches Vorwissen. Ein Ventilator saugt die Umgebungsluft an und filtert das enthaltene CO2 heraus. Gleichzeitig wird über den Hauswasseranschluss Wasser zugeführt, aus dem per Elektrolyse Wasserstoff gewonnen wird. Aus CO2 und Wasserstoff synthetisiert die Maschine dann fertiges Benzin.

Wie forschung-und-wissen.de berichtet, produziert ein Modul des Geräts rund vier Liter Benzin pro Tag und entfernt dabei etwa zehn Kilogramm CO2 aus der Luft. Der Kraftstoff enthält weder Ethanol noch Schwefel oder Schwermetalle und soll in jedem herkömmlichen Benzinmotor funktionieren - ganz ohne Umbau.

Enormer Stromverbrauch als Haken

Der große Nachteil: Die Produktion ist extrem stromintensiv. Um vier Liter Benzin mit einem Energiegehalt von 37 Kilowattstunden herzustellen, verschlingt das Gerät rund 75 Kilowattstunden Strom. Ein Elektroauto könnte mit derselben Strommenge locker 400 Kilometer weit fahren.

Klimaneutral ist der Sprit nur, wenn der verwendete Strom aus erneuerbaren Quellen stammt. Bei einem durchschnittlichen Strompreis ergibt sich ein Literpreis von mehreren Euro - also deutlich mehr als an der Tankstelle. Selbst mit einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach lässt sich der Preis nur begrenzt drücken, weil das Gerät rund um die Uhr läuft.

Preis und Verfügbarkeit

Das Aircela-System soll zwischen 15.000 und 20.000 Euro kosten. Wann es tatsächlich auf den Markt kommt, steht noch nicht fest. Ende 2026 soll zunächst in den USA der Verkaufsstart erfolgen, und der Rest der Welt soll danach folgen.

Ob sich die Technologie im Alltag durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Die Idee einer dezentralen, klimaneutralen Spritproduktion klingt zwar verlockend - der hohe Energieverbrauch und die Kosten machen das Gerät aber vorerst eher zu einer Zukunftsvision als zu einer echten Alternative.

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