Forderte 100.000 Dollar

Taco zu scharf! Deutscher klagt Lokal in USA

Ein deutscher Tourist forderte 100.000 Dollar Schadenersatz, weil ihm eine Salsa zu scharf war. Doch der Richter fand deutliche Worte.
Heute Life
18.03.2026, 14:49
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Der Deutsche Faycal Manz aus Schemmerhofen (Deutschland) hatte im August 2024 am Times Square in New York City bei "Los Tacos No. 1" gegessen – und fühlte sich danach schwer geschädigt. Nach dem Lokalbesuch soll er an Durchfall und Übelkeit, Blasen im Mund und auf der Zunge sowie "ununterbrochenen Schmerzen" gelitten haben.
Die Ursache: eine für ihn "gefährlich scharfe" Salsa. Er reichte Klage gegen das Lokal ein und forderte 100.000 Dollar Schadenersatz.

"Körperlicher und psychischer Schock"

In seiner selbst eingereichten Klage schilderte Manz, dass er aus einer kleinen deutschen Stadt komme, in der es "keine Möglichkeit gibt, Tacos zu essen". Deshalb habe er im Big Apple nach einem guten Taco-Restaurant gesucht. Die scharfe Sauce sei für ihn jedoch ein "körperlicher und psychischer Schock" gewesen. Obwohl Manz zugab, das Personal nie nach der Schärfe gefragt zu haben – oder auch nur an der Sauce gerochen zu haben, bevor er sie über sein Essen goss –, argumentierte er, dass das Restaurant ihn nicht vor allen möglichen Gefahren gewarnt habe.

Richter mit klarer Ansage

Der zuständige Richter zeigte wenig Verständnis – und wies die Klage ab. Sein Urteil fiel deutlich aus: Die Abneigung gegen scharfes Essen sei Privatsache und kein Fall für das Gericht. "Wenn es um Salsa geht, kommt es oft auf die Schärfe an", so der Richter. "Eine kurze Google-Suche nach 'mexikanisches Essen', 'Salsa' oder auch nach Bewertungen von Los Tacos hätte wahrscheinlich ergeben, dass Salsa ziemlich scharf sein kann".

Keine Beweise für "Gefahr"

Manz konnte keine ausreichenden Beweise für seine Vorwürfe liefern. Weder ein Gutachten noch gab es weitere Beschwerden anderer Kunden oder objektive Hinweise auf eine "gefährliche Schärfe". Auch ein spontaner Test des US-Mediums "Gothamist" kam zu einem klaren Ergebnis: Die Salsa sei "gar nicht so scharf" gewesen.

Trotz seiner Beschwerden setzte der Tourist seine Reise ohne größere Probleme fort. Laut Gericht. Er besuchte die US Open und konnte nach dem "Vorfall" auch ganz normal essen. Sein Verdauungstrakt war also nicht von der angeblich so scharfen Salsa negativ beeinträchtigt.

Klagefreudiger Tourist

Der Taco-Fall war übrigens nicht der einzige. Während seines Aufenthalts in den USA brachte Manz gleich mehrere Klagen ein – unter anderem gegen die Supermarktkette Walmart wegen des dortigen WLAN-Zugangs und eine weitere, in der er die New Yorker Polizei rügte, weil sie seine internationale Telefonnummer nicht akzeptiert hatte, nachdem er ein Verbrechen gemeldet hatte.

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