Sturmpeitsche statt Frühlingssonne: Ein heftiger Orkan hat das Touristenparadies Kroatien in den vergangenen 24 Stunden schwer getroffen. Es gab mehr als 900 Einsätze von insgesamt 2.800 Feuerwehrleuten, berichtete die Zeitung www.24sata.hr.
Besonders dramatisch ist die Lage in der Hauptstadt Zagreb. Dort stehen sämtliche 50 Freiwilligen Feuerwehren sowie die Berufsfeuerwehr im Einsatz. Umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer und verletzte Personen sorgen für Chaos in der Stadt. Auch der Einsturz des Vordachs des Rebro-Krankenhauses (siehe Video unten) sorgte für Schrecksekunden.
Auch in anderen Regionen wie dem Umland von Zagreb sowie in Krapina-Zagorje und Primorje-Gorski Kotar mussten die Einsatzkräfte Dutzende Male ausrücken.
Die Aufräumarbeiten gestalten sich schwierig: Starke Winde machen viele Einsätze gefährlich oder unmöglich. Zusätzlich sorgen Überschwemmungen für weitere Probleme - in den kommenden Tagen muss Wasser abgepumpt werden.
Feuerwehrchef Slavko Tucaković appelliert eindringlich an die Bevölkerung, zu Hause zu bleiben. Herabfallende Äste und Gegenstände stellen eine große Gefahr dar. Zudem sind die Telefonleitungen überlastet.
Von einer "ersten Lage" sprach auch Kroatiens Innenminister Davor Božinović. Der Unterricht an Schulen wurde ausgesetzt, die Schäden sind erheblich. Die Reparaturarbeiten werden noch länger dauern.
Bereits Mitte März hatte ein plötzlicher Wintereinbruch das Land getroffen. Auf dem Sljeme-Gipfel oberhalb von Zagreb fiel zehn Zentimeter Neuschnee. Die Lage in Kroatien bleibt unterdessen angespannt - und weitet sich sogar aus: Auch in Teilen Sloweniens gilt Unwetterwarnung.
Extremwetter und Klimaerwärmung
Einzelne Extremereignisse lassen sich meist nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Fakt ist laut UN-Weltklimarat: Durch die Klimakrise werden Extremwetterereignisse wie Stürme und Überschwemmungen häufiger und intensiver. Das heißt: Niederschläge und Stürme werden stärker, Hitzewellen heißer und Dürren trockener.