Kroatien gehört seit Jahren zu den beliebtesten Urlaubszielen der Österreicher. Eine neue Reisewarnung aus Serbien sorgt nun allerdings für Aufmerksamkeit und Diskussionen rund um die Sicherheit an der Adriaküste.
Auslöser ist ein neues Reise-Ampelsystem des serbischen Außenministeriums. Darin wird Kroatien als einziges europäisches Land in die zweithöchste Warnstufe "orange" eingestuft. Diese Kategorie bedeutet, dass Reisen nur angetreten werden sollen, wenn sie unbedingt notwendig sind.
Die Behörden in Belgrad begründen die Bewertung mit möglichen Sicherheitsrisiken. Verwiesen wird offiziell auf "zunehmende Zwischenfälle, Spannungen und ungünstige Sicherheitsbedingungen". Reisende sollen größere Menschenansammlungen meiden und besonders vorsichtig sein.
Zudem empfiehlt das Ministerium, "in der Kommunikation Vorsicht walten zu lassen und auf ihre persönliche Sicherheit und ihr Eigentum" zu achten. Besonders bei organisierten Reisen, etwa von Sportmannschaften, warnen die Behörden vor möglichen Provokationen.
Auch in Österreich wird die Entwicklung genau beobachtet. Kroatien ist eines der wichtigsten Sommerziele für heimische Urlauber, viele Familien verbringen dort jedes Jahr ihren Urlaub.
Hinzu kommt, dass in Österreich große serbische und kroatische Communities leben, etwa in Wien, Linz oder Graz. Politische Entscheidungen wie diese sorgen dort oft für Diskussionen und auch für Unsicherheit bei Familienbesuchen oder Urlaubsreisen.
Für österreichische Urlauber gibt es derzeit allerdings keinen Grund zur Sorge. Das Außenministerium hat seine Einschätzung nicht geändert und stuft Kroatien weiterhin als sicheres Reiseland ein. Eine Reisewarnung aus Österreich besteht aktuell nicht.
Die serbische Empfehlung richtet sich ausschließlich an serbische Staatsbürger und hat keine direkten Auswirkungen auf Touristen aus anderen Ländern.
Auch die kroatische Regierung weist die Warnung zurück. Das Außenministerium in Zagreb betont, Kroatien sei Mitglied der EU, der NATO und des Schengen-Raums und zähle laut europäischen Statistiken weiterhin zu den sichersten Staaten Europas.
Tourismusminister Tonči Glavina bezeichnete die Einstufung deshalb als "unbegründet". Aus kroatischer Sicht stehe die Empfehlung eher im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen und habe "keinen Bezug zur Sicherheitslage im Land".
Zugleich verwies der Minister auf die enge wirtschaftliche Verbindung zwischen beiden Ländern. Jedes Jahr arbeiten rund 20.000 Menschen aus Serbien im kroatischen Tourismussektor, auch viele serbische Gäste reisen regelmäßig an die Adriaküste.
Reisehinweise zu Kroatien gibt es allerdings auch aus anderen Staaten. Großbritannien etwa hatte bereits zuvor eine allgemeine Warnung ausgesprochen, die neben Kroatien auch Länder wie Italien, Portugal, Deutschland und die Schweiz betrifft.
Als Gründe werden eine weltweit erhöhte Terrorgefahr sowie steigende Fälle von Kleinkriminalität in touristischen Hotspots genannt.
Für österreichische Urlauber bleibt der Sommer an der Adria damit vorerst unverändert - Kroatien gilt weiterhin als sicheres Reiseziel.