Das Europäische Parlament hat eine Reform für Pauschalreisen beschlossen. Sie soll Reisende bei abgesagten oder problematischen Reisen besser schützen. Die Reform wurde mit großer Mehrheit verabschiedet und war zuvor bereits mit den EU-Mitgliedstaaten abgestimmt worden. Ziel der Änderungen ist es, Verbraucherrechte bei Problemen rund um Pauschalreisen auszubauen.
Eine wichtige Neuerung betrifft kostenlose Stornierungen. Bislang konnten Reisende nur dann ohne Gebühren zurücktreten, wenn außergewöhnliche Ereignisse direkt am Urlaubsziel auftraten. Künftig soll ein kostenfreier Rücktritt auch möglich sein, wenn Probleme am Abreiseort entstehen oder andere Ereignisse die Reise erheblich beeinträchtigen könnten. Ob tatsächlich höhere Gewalt vorliegt, muss jeweils im Einzelfall beurteilt werden.
Auch Reisegutscheine werden künftig klarer geregelt. Während der Corona-Pandemie hatten viele Veranstalter statt einer Rückzahlung Gutscheine angeboten. Nach den neuen Regeln dürfen solche Gutscheine zwar weiterhin vorgeschlagen werden, Reisende können sie jedoch ablehnen und stattdessen innerhalb von 14 Tagen ihr Geld zurückfordern.
Darüber hinaus wird die Gültigkeitsdauer von Gutscheinen auf höchstens zwölf Monate begrenzt. Wird ein Gutschein innerhalb dieser Zeit nicht eingelöst oder läuft er ab, muss der entsprechende Betrag erstattet werden.
Bevor die neuen Regeln wirksam werden, müssen die EU-Mitgliedstaaten der Vereinbarung noch formal zustimmen. Nach dem Inkrafttreten haben sie anschließend 28 Monate Zeit, die Vorgaben in nationales Recht zu übertragen.