Urlaub über Krisenregionen

Nahost-Zwischenstopps – das gilt JETZT für Reisende

Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten fragen sich derzeit viele Urlauber: Was passiert, wenn der Zwischenstopp plötzlich zum Problem wird?
Heute Life
06.03.2026, 13:57
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Der Urlaub ist gebucht, der Koffer fast gepackt, der Countdown läuft. Doch bei vielen Urlaubern schwingt derzeit ein leiser Zweifel mit: Denn wer Fernreisen plant, macht oft Halt in Dubai oder Abu Dhabi – und damit in einer Region, die wegen der aktuellen Lage im Nahen Osten stärker im Blick steht als sonst.

Suchen nach Orientierung

Beim Kundenservice der Europäischen Reiseversicherung machen sich Sorgen bereits bemerkbar: "Wir können ein erhöhtes Aufkommen in unserem Kundenservice bestätigen. Die meisten Anfragen betreffen bevorstehende Reisen", verrät Jochen Zöschg, Vorsitzender des Vorstands der Europäischen Reiseversicherung AG, gegenüber "Heute".

Besonders häufig melden sich Reisende, die eine Fernreise geplant haben und nun unsicher sind, wie sich mögliche Entwicklungen auf ihre Route auswirken könnten. Flüge nach Südostasien oder Australien führen oft über Drehkreuze im Nahen Osten – ein Zwischenstopp, der aktuell bei manchen für Nervosität sorgt.

Wer eine Pauschalreise gebucht hat, sollte sich laut Zöschg zunächst an den Reiseveranstalter wenden: "Bei gebuchten Pauschalreisen sind die jeweiligen Veranstalter die ersten Ansprechpartner", erklärt er. Wer individuell unterwegs ist, sollte sich direkt an Fluglinie, Hotel oder andere touristische Partner wenden.

Wann eine Reiseversicherung greift – und wann nicht

Viele Reisende hoffen in solchen Situationen auf ihre Reiseversicherung, doch gerade bei politischen Krisen oder militärischen Konflikten gelten besondere Regeln: "Bezugnehmend auf die geltenden Versicherungsbedingungen der Europäischen Reiseversicherung sind Leistungen im Zusammenhang mit kriegerischen Ereignissen – unabhängig davon, ob es sich um Krieg, Bürgerkrieg oder kriegsähnliche Zustände handelt – ausgeschlossen", erklärt Zöschg im "Heute"-Interview.

Das bedeutet: Wenn ein Schaden unmittelbar oder mittelbar mit einem militärischen Konflikt zusammenhängt, greift der Versicherungsschutz in der Regel nicht.

Was passiert bei Reisewarnungen?

Eine wichtige Rolle spielen auch offizielle Reisewarnungen: Wird eine solche Warnung ausgesprochen, während Reisende bereits unterwegs sind, bleiben sie dennoch versichert – zumindest bis zur schnellstmöglichen Ausreise. "Versicherte, die zum Zeitpunkt der Reisewarnung bereits unterwegs waren, sind bis zur ehestmöglichen Ausreise versichert", so Zöschg.

Anders sieht es aus, wenn jemand trotz bestehender Warnung bewusst in ein betroffenes Gebiet reist. "Kein Versicherungsschutz besteht für Ereignisse, die auf Reisen eintreten, die trotz Reisewarnung unternommen werden", betont der Experte. Maßgeblich sind dabei die Reisewarnungen des österreichischen Außenministeriums – sowohl für ganze Länder als auch für einzelne Regionen.

Wer zahlt bei gestrichenen Flügen?

Kommt es zu Flugausfällen oder Umleitungen, wie wegen gesperrter Lufträume, wenden sich viele Reisende zuerst an ihre Versicherung. Tatsächlich liegt die Verantwortung in solchen Fällen meist an anderer Stelle: "Ansprechpartner bei verspäteten, annullierten oder umgeleiteten Flügen ist die zuständige Airline oder der Reiseveranstalter", erläutert Zöschg. Das gilt besonders bei Pauschalreisen, bei denen der Veranstalter für Ersatzflüge oder alternative Verbindungen sorgen muss.

Die Reiseversicherung springt in solchen Fällen oft nur ergänzend ein – etwa bei bestimmten Zusatzleistungen, nicht jedoch bei Problemen, die unmittelbar durch kriegerische Ereignisse verursacht werden.

Sicherheit bleibt oberste Priorität

Für Reisende bedeutet das: Gerade in geopolitisch angespannten Zeiten lohnt es sich, vor der Abreise genau hinzusehen – bei Flugrouten, aktuellen Reisewarnungen und Versicherungsbedingungen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.03.2026, 13:57
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