Kurz vor dem Abflug nach Dubai endete die Reise abrupt. Am 13. Dezember stoppte der nigerianische Zoll einen österreichischen Staatsbürger am internationalen Flughafen Murtala Muhammed in Lagos. Bei der Kontrolle stießen die Beamten auf Bargeld in außergewöhnlicher Höhe, das im Reisegepäck verstaut war.
Sichergestellt wurden laut Behörden 651.505 Euro und 800.575 US-Dollar. Insgesamt handelte es sich um rund 1,36 Millionen Euro, umgerechnet etwa 2,28 Milliarden Naira. Der Mann hatte zuvor angegeben, kein Bargeld mitzuführen.
Die Kontrolle erfolgte gegen 14.45 Uhr am Abflugterminal 2 und war durch einen konkreten Hinweis ausgelöst worden. Beamte der Anti-Geldwäsche-Einheit des Nigeria Customs Service (NCS) übernahmen daraufhin die Durchsuchung.
Zollkommandant Chidi Nwokorie erklärte, der Reisende habe gegen die geltenden Vorschriften zur Bargelddeklaration verstoßen. Sein Reisepass sowie das Bargeld wurden beschlagnahmt und an die Economic and Financial Crimes Commission (EFCC) übergeben, die die weiteren Ermittlungen übernahm.
Die EFCC prüft den Fall wegen des Verdachts auf Geldwäsche. Ob der Österreicher bereits angeklagt worden war oder sich in Gewahrsam befand, war bis zum 8. Jänner nicht bekannt. Auch zur Herkunft des Geldes oder zum Zweck des Transports machten die Behörden keine Angaben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Für zusätzliche Brisanz sorgte eine mögliche Verbindung nach Vorarlberg – berichtet "vol.at". Diese Information blieb bislang unbestätigt. Eine offizielle Stellungnahme österreichischer Behörden lag nicht vor.
Der nigerianische Zoll nahm den spektakulären Fund zum Anlass, Reisende erneut zu warnen. Wer mehr als 10.000 US-Dollar oder den Gegenwert bei der Ein- oder Ausreise mitführte, war verpflichtet, dies korrekt zu deklarieren.
Zollkommandant Nwokorie betonte dazu: "Wer nichts zu verbergen hat, sollte auch keine Angst haben, das Geld offen anzugeben."
Auch auf Instagram veröffentlichte der Nigeria Customs Service Details zu dem Einsatz. In dem Posting heißt es auf Deutsch übersetzt:
„Der nigerianische Zoll hat am Flughafen Lagos nicht deklarierte Fremdwährungen im Wert von über 2,28 Milliarden Naira abgefangen. Sichergestellt wurden 651.505 Euro und 800.575 US-Dollar. Die Beschlagnahmung unterstreicht unser konsequentes Vorgehen gegen Finanzkriminalität, illegale Geldflüsse und zum Schutz der wirtschaftlichen Sicherheit Nigerias.“Nigeria Customs Service
Wie es in dem Fall weitergeht, ist derzeit völlig offen. Die Ermittlungen der EFCC laufen, das Bargeld bleibt beschlagnahmt. Ob und wann der Österreicher nach Österreich zurückkehren darf – und ob sich der Verdacht erhärtet oder entkräftet – wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Sicher ist nur: Der Millionenfund am Flughafen von Lagos sorgt international für Aufmerksamkeit – auch in Österreich.