Sportliche Erfolge sucht man bei Rapid in den letzten Jahren vergeblich. In die Schlagzeilen schaffen es dafür umso mehr die Ausschreitungen eines kleinen Fan-Kerns. Zuletzt erzwangen Chaoten fast den Abbruch des 348. Wiener Derbys. Beim Stand von 0:2 gegen die Austria schossen sie Pyrotechnik auf das Feld und in andere Sektoren. Für Jahrhundert-Rapidler Krankl eine klare Grenzüberschreitung.
"Das geht gar nicht, dem muss man Einhalt gebieten. Diese Fans muss man zur Verantwortung ziehen", sagt er vor dem Sky-Mikro und kritisiert den Verein für seine mangelnde Bereitschaft dazu. "Niemand von Rapid traut sich darüber zu reden, was passiert ist. Das sind ja nur wenige, die das machen, das sind ja nicht alle. Das muss ein kleiner Kreis sein, den muss ich finden – und das hätte schon viel früher passieren sollen."
Was Krankl meint: Der kleine Teil dieser Rapid-Fans sorgt immer wieder für große Skandale – genießt dabei nicht selten die Rückendeckung von höchsten Funktionären.
Im März des letzten Jahres gerieten in Hartberg rund 50 Rapid-Chaoten mit der Polizei aneinander, bewarfen die Exekutive mit Türen, Klodeckel und anderen robusten Gegenständen. Geschäftsführer Steffen Hofmann war im Fanblock, versuchte vergeblich zu schlichten. Danach verglich er Opfer mit Tätern. "Es macht keinen Sinn, darüber zu reden, wer was gemacht hat. Man hätte die Situation auch anders lösen können – von beiden Seiten", meinte er.
Auch jetzt zeigt Rapid wieder Verständnis für die Derby-Randalierer. "Das ist ein zu emotionalisiertes Spiel, um die Emotionen immer unter Kontrolle zu haben", behauptet Klub-Boss Alexander Wrabetz. Den Entscheidungen des Strafsenats am morgigen Montag blickt er mit gemischten Gefühlen entgegen. "Den Richtern, die sowieso nicht Rapid-freundlich sind, möchte ich keine Vorschläge machen." Nachsatz: "Wir gehen von heftigen Strafen aus, müssen selbst Schritte setzen, um das Problem in den Griff zu bekommen."
Geht es nach Krankl, hätte das längst passieren müssen. Aber selbst Rapids erfolgreichster Torschütze der Klub-Historie geriet schon in das Visier des von ihm kritisierten kleinen Fan-Teils, wurde auf Spruch-Bannern attackiert und beleidigt. Die Rapid-Offiziellen schwiegen dazu.