Das 348. Wiener Derby zwischen Rapid und der Wiener Austria wird vor allem aufgrund der Ausschreitungen der Rapid-Fans in Erinnerung bleiben. Sportlich entschieden die "Veilchen" das Derby mit 2:0 für sich. In der Schlussphase warfen die Rapid-Ultras Pyrotechnik und Böller in Richtung der angrenzenden Sektoren. Das Spiel wurde daraufhin vom Schiedsrichter unterbrochen und erst nach längerer Pause wieder fortgesetzt.
Rapid reagierte in der Folgewoche schnell auf den Skandal und kündigte an, in den kommenden drei Jahren auf Gästefans beim Derby in Favoriten zu verzichten. Rapid-Präsident Alexander Wrabetz hofft zudem, dass die Austria diesem Schritt ebenfalls folgen wird.
Das Urteil und die voraussichtlich harte Strafe der Bundesliga stehen jedoch noch aus. Es wird angenommen, dass Rapid eine Sperre des Fansektors für mehrere Spitzenspiele (Austria, Salzburg, Sturm und LASK) ausfassen wird. Zusätzlich dazu wird eine hohe Geldstrafe für die Hütteldorfer vermutet. Der Senat 3 entscheidet darüber am kommenden Montag.
Nach dem Sieg gegen den Wolfsberger AC wurde der Präsident bei Sky auf ein mögliches Urteil angesprochen und äußerte die Befürchtung, dass die Richter Rapid nicht wohlgesonnen seien: "In ein laufendes Verfahren soll man nicht eingreifen. Den Richtern, die sowieso nicht Rapid-freundlich sind, möchte ich auch keine Vorschläge machen. Aber wir gehen von heftigen Strafen aus und müssen selbst Schritte setzen, um das Problem in den Griff zu bekommen."
Woher Wrabetz die Vermutung nimmt, dass die jeweiligen Richter gegen Rapid eingestellt sein könnten, erklärt der ehemalige ORF-Generaldirektor nicht.