Die Austria feierte am Sonntag einen verdienten 2:0-Sieg gegen Rapid. Überschattet wurde das Derby, bei dem erstmals seit eineinhalb Jahren Gästefans zugelassen waren, aber von einem handfesten Pyro-Eklat.
Aus dem Sektor der Hütteldorfer flogen kurz vor dem Schlusspfiff Böller und Leuchtraketen Richtung Spielfeld, auch Tribünen mit "Veilchen"-Fans wurden ins Visier genommen. Das Match stand kurz vor dem Abbruch.
Ein Nachspiel ist fix. Vor allem auf Rapid kommen drakonische Strafen zu – der Verein spielte auf Bewährung.
Die Grün-Weißen setzten am Montag eine erste Maßnahme, verkündeten, "bis auf Weiteres" auf Auswärtsfans beim Derby zu verzichten. Allerdings ist davon auszugehen, dass der Bundesliga-Senat 1 an weitere Sanktionen denkt.
Eine Sperre des Heimsektors (Block West) für drei Top-Spiele ist wahrscheinlich. Liga-Boss Christian Ebenbauer sagt im ORF: "Ich gehe von Teilsektorsperren aus und nicht von Gesamtgeisterspielen. Aber das obliegt dem Senat 1. Dieser hat den völligen Strafrahmen zur Verfügung, das wird man dann sehen."
Ebenbauer rätselt, welche Bestrafung am meisten Sinn ergibt. "Wir haben jetzt schon alles probiert. Wir haben uns in Europa erkundigt, was möglich ist. Da kommen wir auch wieder zu den Punkteabzügen, die wir ja schon hatten und auch diskutiert und weggenommen haben, weil wir das nicht wollen."
Der Liga-Boss weiter: "Wenn man Sektorsperren oder auch Geisterspiele ausspricht, dann betreffen sie wieder alle, vor allem die Personen, die eigentlich sich wohl verhalten haben. Das ist das Spannungsfeld, in dem wir uns befinden. Deswegen bleibe ich dabei. Das Wichtigste ist im Prinzip die Prävention in der Zusammenarbeit, dass es gar nicht zu den Vorfällen kommt."